Ludwigslust : Dreister Einbrecher auf Tour

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82-jährige in Ludwigslust wurde Opfer eines Mannes, der sich als Polizist ausgab

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07. April 2017, 20:45 Uhr

Das ist nun eine ganz dreiste Einbruchsmasche. Die es so hier noch nicht gegeben hat.

Eine Seniorin kam am Mittwoch gegen 14 Uhr gerade vom Einkauf, als sie an ihrer Haustür im Ludwigsluster Parkviertel von einem Mann erwartet wurde. Der gab sich als Polizist aus und behauptete, in der Wohnung der 82-Jährigen sei eingebrochen worden. Daraufhin begaben sich beide in die Wohnung.

Wie die Rentnerin später der richtigen Polizei sagte, deutete alles auf einen Einbruch hin. Schränke und Schubladen seien offen, mehrere hundert Euro und Goldschmuck im etwa gleichen Wert verschwunden gewesen.

Klaus Wiechmann
Klaus Wiechmann

Polizeisprecher Klaus Wiechmann: „Vieles spricht dafür, dass der Unbekannte zuvor in der Wohnung war und Geld sowie Schmuck gestohlen hatte.“ Der falsche Polizist hat nach Aussage der Rentnerin gefragt, ob sie noch weiteres Geld bzw. Schmuck habe. Als sie das verneinte, sei der Mann verschwunden. „Zuvor hat er die Frau noch aufgefordert, nichts zu berühren, niemanden in die Wohnung zu lassen und zu warten. In einer Stunde würde die Spurensicherung kommen“, so Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Als die angekündigte Kripo bis 19 Uhr nicht erschienen war, rief der Sohn des Opfers die Polizei in Ludwigslust an.

Der Fall gibt derzeit noch Rätsel auf. Polizeisprecher Klaus Wiechmann: „Wir müssen noch den konkreten Ablauf des Geschehens prüfen.“ So sei derzeit noch unklar, wie der Tatverdächtige in die Wohnung gelangt sei. Die Polizei habe keine Einbruchspuren entdeckt.

Jetzt fahnden die Beamten nach dem Täter. Nach Beschreibung des Opfers handelt es sich um einen etwa 30 Jahre alten Mann mit Glatze, der ein hellgraues Jackett und eine helle Hose trug, akzentfrei hochdeutsch, spricht und auffallend kleine Hände hat.

„Mit dieser Masche, dass ein Täter unmittelbar nach der Tat das Opfer aufsucht, hatten wir bisher im Landkreis noch nicht zu tun. Wir können nicht ausschließen, dass der Mann weiterhin versucht, ältere Menschen auf diese Weise zu überrumpeln“, sagt Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust.

Die Polizei bittet eindringlich, niemanden in die eigene Wohnung zu lassen, der sich nicht eindeutig ausweisen kann. „Beamte der Kriminalpolizei weisen sich grundsätzlich mit Dienstausweis oder Kripomarke aus“, so Klaus Wiechmann.

Im Fall des Geschehens in Ludwigslust am Mittwochnachmittag bittet die Polizei jetzt um Mithilfe der Bevölkerung. Besonders interessiert die Beamten, ob jemandem der beschriebene Tatverdächtige aufgefallen ist. Hinweise nehmen das Polizeihauptrevier Ludwigslust unter der Rufnummer 03874-4110, jede andere Polizeidienststelle oder die Internetwache (www.polizei.mvnet.de) entgegen.

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