Ludwigslust : Dreister Betrüger fängt Postboten ab

Ein umsichtiger Zusteller verhinderte in Ludwigslust einen Betrug.
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Ein umsichtiger Zusteller verhinderte in Ludwigslust einen Betrug.

Ganove wollte „sein“ Paket auf der Straße in Empfang nehmen, doch der aufmerksame Zusteller verhinderte den Betrug.

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05. März 2016, 07:00 Uhr

Dieser Mann wartete so sehnlichst auf „sein“ Paket, dass er den Postboten schon vor dem Haus erwartete. Nur: Der Wartende war offenbar ein Betrüger.

Donnerstag gegen 13.40 Uhr vor einem Wohnhaus auf der Klenower Straße in Ludwigslust: Ein Bote steigt aus seinem Fahrzeug, unterm Arm ein Paket, dass er laut Adresse hier abgeben soll. Plötzlich tritt ein Mann auf den Boten zu. Er behauptet, der Adressat des Pakets zu sein und will es gleich hier in Empfang nehmen.

Dieter Schönrock, Leiter des Kriminaldauerdienstes Ludwigslust: „Der Zusteller hatte jedoch aufgrund der äußeren Umstände Zweifel, dass vor ihm derjenige steht, dem er das Paket zustellen sollte.“ Denn es ist höchst ungewöhnlich, dass ein Adressat vor dem Haus auf den Paketdienst wartet. „Wegen seiner Zweifel ließ sich der Bote von dem Mann dessen Ausweis zeigen. Die Bedenken wurden noch größer, weil das Dokument offenbar gefälscht war. Zusätzlich machte den Paketfahrer stutzig, dass der deutsche Name des Adressaten nicht unbedingt zu dem Mann auf der Straße passte“, so Dieter Schönrock.

Der angebliche Empfänger machte sich dann schnell davon – ohne Paket. Die Ermittlungen ergaben, dass unter der auf dem Paket angegebenen Adresse niemand mit dem vermerkten Namen wohnt. Dieter Schönrock: „Wir müssen von einem Betrugsversuch ausgehen. Ähnliche Fälle sind in der Bundesrepublik zwar immer mal wieder bekannt geworden, allerdings bisher noch nicht in unserer Region.“ Schönrock betont, dass der Paketzusteller völlig richtig gehandelt hat. „Wir möchten uns bei ihm für sein umsichtiges Verhalten bedanken.“

Offenbar hatte der Betrüger unter falschen Namen und Adresse bei einem Versandunternehmen eine Bestellung aufgegeben. Die Polizei rät in diesem Zusammenhang, Schriftsachen, auf denen eigene Namen und Adressen vermerkt sind, grundsätzlich so zu entsorgen, dass sie nicht mehr lesbar sind.

Im Fall vom Donnerstag bittet die Polizei um Hinweise, wem der Mann in der Klenower Straße aufgefallen ist und ob er eventuell in ein Auto gestiegen ist. Er ist ca. 30 bis 35 Jahre alt, schlank und hat eine Glatze. Er machte einen gepflegten Eindruck, trug helle Kleidung und eine Umhängetasche. Hinweise unter Telefon 03874-41  10.

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