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Ludwigsluster Tageblatt

18. Dezember 2017 | 19:31 Uhr

Ludwigslust : Drei Varianten für neuen Markt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ideen für geplanten Neubau im Parkviertel im Wirtschaftsausschuss vorgestellt. Projekt für Konsumgenossenschaft wichtig

von
erstellt am 26.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Der Konsum-Frischemarkt im Parkviertel wird wohl nicht direkt an die B 5 rücken. Die Planungsvariante, die den Neubau an der Ecke Schlachthofweg/Hamburger Tor vorsah, scheint nach der jüngsten Wirtschaftsausschusssitzung vom Tisch zu sein. Der Planer des erforderlichen Bebauungsplans hatte dort drei Alternativen vorgestellt, von denen eine direkt durchfiel. Zwischen den beiden anderen Varianten konnte man sich auch noch nicht entscheiden – und musste es auch nicht. Eines wurde aber bereits klar: „Perfekt ist keine“, so Christian Evers von Evers & Küssner Stadtplaner Hamburg.

„Mit dem Standort des vorhandenen Marktes ist unser Mieter zufrieden, aber das Gebäude ist nicht mehr zeitgemäß“, erklärte Johan Kruskopf von der May & Co. Wohn- und Gewerbebauten GmbH. Das Unternehmen aus Itzehoe vermietet das Objekt an die Edeka-Gruppe, die es von der Konsumgenossenschaft Hagenow eG betreiben lässt, und will jetzt den Neubau errichten. „Derzeit beträgt die Verkaufsfläche knapp 900 Quadratmeter, künftig sollen es rund 1600 Quadratmeter sein“, so Kruskopf. Die Fläche des Gebäudes soll allerdings nur um knapp 200 Quadratmeter wachsen.

Für die Konsumgenossenschaft, die den Markt seit gut zehn Jahren betreibt, ist der Neubau wichtig. „Der Baukörper stammt aus DDR-Zeiten und ist nicht mehr zeitgemäß“, betonte Konsum-Vorstand Ralf Bade. „Das kann so nicht bleiben.“ Mit dem Neubau solle zudem den aktuellen Trends bezüglich der Kunden Rechnung getragen werden.

Variante 1 sieht einen länglichen Baukörper vor dem benachbarten Wohnblock vor. Zusätzlich zum großen Parkplatz ist eine Stellplatzreihe zwischen Markt und Schlachthofweg geplant. Die Warenanlieferung würde an der gleichen Stelle erfolgen wie jetzt. „Es entsteht da also keine neue Betroffenheit“, so Christian Evers. Der Bau würde ein Stück weiter von der historischen Bebauung des Kirchenplatzes abrücken. Dafür müssten aber weitere Bewohner des Neubaublocks auf eine Wand des Frischemarktes schauen.

Variante 2 enthält einen quadratischen Baukörper, der sich im gleichen Bereich befindet wie der bestehende Markt. In der Folge würde die größte Stellplatzanlage entstehen. Aber: „Die Lieferfahrzeuge würden vor dem Eingangsbereich rangieren“, gab Christian Evers zu bedenken. Und weil das Gebäude erst spät ins Blickfeld der Vorbeifahrenden aus Richtung Boizenburg kommen würde, müsste ein höherer Aufwand für Werbemittel betrieben werden.

Bei der dritten Variante könnten Autofahrer auf der B 5 den Frischemarkt nicht übersehen, weil er unmittelbar an der Straße entstehen würde. Städtebaulich sei sie aber am unattraktivsten, so Evers, weil die Rückseite des Marktes Richtung Stadt zeigt. Und auch in diesem Fall müssten die Lieferfahrzeuge auf dem Parkplatz rangieren. Für den Ausschussvorsitzenden Uwe Langmaack (AfL) stellt sich die erste als die beste Variante dar. „Die Verkehrsanbindung ist am besten, der Markt fügt sich gut ein und ist weit genug von der historischen Bebauung weg.“ Und die zum Wohnblock zeigende Fassade könnte man nett gestalten – und dann auch pflegen. Dirk Friedriszik (SPD) gab zu bedenken, dass das Parkplatzangebot dabei am kleinsten wäre. Unter dem Strich entschied sich der Ausschuss. Zunächst aber nur, dass der neue Markt im südlichen Teil des Areals (also quasi am bisherigen Standort) entstehen soll. Damit ist Variante 3 vom Tisch. Über den Baukörper selbst werde man dann später mit der Stadt sprechen, so Christian Evers. Und auch über die Konflikte, mit denen bei jeder der drei Varianten zu rechnen ist.

Für den Neubau soll nicht nur der jetzige Konsum-Frischemarkt, sondern auch die ehemalige Gaststätte an der B 5 weichen. Über den Kauf des Grundstücks habe man sich mit dem Eigentümer geeinigt, betonte Johan Kruskopf. Eines soll aber auf jeden Fall erhalten bleiben – der Weg durch die kleine Grünanlage vom Parkviertel Richtung Stadt.

Wann gebaut wird, steht noch nicht fest. Ein vereinfachtes Bebauungsplanverfahren nimmt – sofern es keine Überraschungen gibt – rund ein Dreivierteljahr in Anspruch. Anschließend müsse noch ein Bauantrag gestellt und die Genehmigung erteilt werden, so Stefan Schiefele von der Stadtverwaltung Ludwigslust.

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