Malliß : Drei Familien - ein Ziel

Osterbrauch in Malliß: Der Hase versteckt die Nester im Wald.
Osterbrauch in Malliß: Der Hase versteckt die Nester im Wald.

Wismarer Freunde verbringen das Osterfest seit neun Jahren gemeinsam auf dem Mallißer Campingplatz

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06. April 2015, 06:12 Uhr

„Lukas, wo sind wir nächstes Jahr zu Ostern?“ Der Zwölfjährige schaut seinen Vater erstaunt an. „Na hier, Papa. Wo sonst.“ Lukas ist gerade zurück von seiner Erkundungstour. Eigentlich kennt er das Gelände rund um den Mallißer Campingplatz gut. Diesmal aber haben sein Kumpel Anakin und er etwas Abenteuerliches entdeckt: Einen alten rostigen Ziegelkahn, der auf dem Kanal vor sich hindümpelt. Zum Beweis zeigt Lukas seinen Eltern das Foto auf dem Handy. Und für alle in der Runde steht damit auch das Ziel ihres diesjährigen Osterspaziergangs fest: Auf zum alten Ziegelkahn.

Schon neun Jahre hintereinander verbringen Bastians und ihre zwei befreundeten Familien aus Wismar die Osterzeit in Malliß. Ob bei Regen oder Schnee. Ob mit T-Shirt und kurzer Hose oder in dicken Wintersachen. Kein Wetterbericht hält die drei Familien davon ab, mit ihren Campingwagen ins Binnenland zu reisen. „Die Ostsee haben wir jeden Tag vor unserer Haustür“, sagt Mark Bastian. In Malliß findet er das, was ihm selbst im schönsten Sommer am Strand oft fehlt: Ruhe. Den Tipp für den abgeschiedenen Campingplatz haben sie von den Eltern eines Freundes. Die campen hier schon jahrelang. „Wir sind dann einfach mal mit und kommen seitdem immer wieder“, sagt Mark. Er sitzt mit seinen Freunden am großen Tisch unter dem Zeltdach. Nicole häkelt, Torsten holt Getränke, der siebenjährige Malte packt noch Ostergeschenke aus, Fenja (12) kommt mit dem abgewaschenen Geschirr vom Waschhaus.

Volker Sielaff, der mit seiner Frau Anne den Platz seit Anfang der neunziger Jahre betreibt, schaut kurz vorbei und sagt Hallo. Als alle noch in den Betten lagen, haben Sielaffs erwachsene Kinder im Wald die Ostereier für die Campinggäste versteckt während Volker Sielaff wie jeden Morgen die warmen Brötchenbeutel über die Türknaufe und Rückspiegel der Wohnmobile hängte. „Genau das macht den Platz hier aus“, sagt Bastian. „Die Atmosphäre ist sehr persönlich.“ Das schätzen auch die von weither angereisten Gäste. Viele Holländer gehören inzwischen zu den Stammgästen. Auch Schweizer, Spanier und Amerikaner haben den Weg nach Malliß gefunden. Für sie lassen sich Sielaffs gern was Neues einfallen. Wer will, kann sich bei ihnen einen Trabi ausleihen oder auf dem Surfbrett im Stand Up Paddling über den Kanal gleiten.

Die drei Familien aus Wismar wollen in den Oktoberferien noch einmal nach Malliß kommen. Dann wird wieder gemeinsam im Wald gesucht: Diesmal nach leckeren Steinpilzen.

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