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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 09:35 Uhr

Wir in Dömitz : Drei Damen mit „Schneid“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ehemalige DDR-Spitzensportlerin Monika Wilkens hat den Tischtennissport nach Dömitz gebracht. Inzwischen sind die Dömitzer Mädchen dreimal Landesmeister und vertreten MV in Berlin bei „Jugend trainiert für Olympia“

von
erstellt am 25.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Sie hat den Dreh raus. Immer noch. Mit 66 Jahren schnippelt Monika Wilkens Bälle übers Netz, für die sich ihre Enkelin Undine ganz schön strecken muss. Richtig Spaß macht es, wenn die Ballwechsel nicht enden wollen. Wenn die Oma scheinbar aussichtslose Schmetterbälle ihrer Enkelin wieder zurück auf die Platte bekommt. „Undine macht tolle Topspins“, sagt Monika Wilkens. „So etwas gab es früher bei uns noch gar nicht.“

Früher, vor fünfzig Jahren, war Monika Wilkens so alt wie Undine und gehörte zu den besten 14 Tischtennisspielerinnen der DDR-Auswahl. Das Talent hat sie vom Vater, Herbert Backhaus, dem ersten Mecklenburger Landesmeister im Mixed 1946. „Ich hatte als Kind gar keine andere Chance als mit dem Tischtennissport anzufangen“, erzählt sie. Ihr Vater hatte sie damals in der Turnhalle der Schweriner Heine-Schule trainiert, bevor sie an die Sportschule wechseln sollte.

Dass die Dömitzer heute in Mecklenburg-Vorpommern so erfolgreich sind, liegt nicht zuletzt auch an Monika Wilkens. Sie hatte als junge Lehrerin die Abteilung Tischtennis im Dömitzer Sportverein mitgegründet und jahrelang die Schüler trainiert.

Ihre Enkelin Undine spielt seit dem siebten Lebensjahr Tischtennis. Trainiert wird sie heute aber nicht mehr von der Oma, sondern von ihrer Mutter. Sylvia Wilkens, eigentlich Volleyballerin, steht den Trainern Diter Nickel und André Behrend zur Seite.

Seit drei Jahren mischen die Mädels ganz oben mit. „Ich weiß noch, wie sie das erste Mal Landesmeister wurden“, erinnert sich Monika Wilkens. „Alles hing damals an unserem letzten Doppel mit Stella und Johanna.“ Wir Zuschauer haben vor Aufregung geschwitzt und gezittert bis zum erlösenden Schrei nach dem gewonnenen Matchball.“ Seitdem sind die Mädels bereits dreimal Landesmeister geworden. Ihr Trainer Dieter Nickel sagt, sie könnten noch viel mehr. „Das ist alles eine Frage des Kopfes. Technisch sind sie sehr gut, aber ihre mentale Stärke lässt im Spiel viel zu schnell nach.“

Morgen macht sich das Team auf den Weg nach Berlin zu „Jugend trainiert für Olympia“. Monika Wilkens wird diesmal nicht dabei sein. Dafür hat sie jedem Mädchen ein Glückssteinchen mitgegeben.

Ans Aufhören denkt die Rentnerin nicht. Die amtierende Landesvizemeisterin ihrer Altersklasse will nächstes Jahr zur EM nach Schweden und in zwei Jahren auf der Weltmeisterschaft in Las Vegas spielen. „Für Tischtennis ist man nie zu alt“, sagt sie. „Das ist das Schöne an dem Sport: Du kannst ihn noch mit 100 Jahren treiben. Nur den Ball aufheben müssen dann andere.“

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