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Ludwigsluster Tageblatt

17. Oktober 2017 | 11:50 Uhr

Lübesse : Drachenboote auf Weltreise

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kanada, Australien, Singapur oder China – Lübesser Boots- und Kunststoffbau GmbH hat schon 1600 Spezial-Paddelboote geliefert

von
erstellt am 28.Apr.2014 | 08:30 Uhr

Im Hochregal, ganz hinten links in einer der Fertigungshallen, liegen sie in Reih und Glied und fletschen ihre Zähne. Drachenköpfe. Ihre Konsistenz ist aus Kunststoff, ihr Anstrich ist grell, ihr Blick grimmig. Sie sind es, die den Booten ein Gesicht und einem Wettkampfsport den Namen geben. Drachenbootrennen sind beliebt, fast überall auf der Welt. Andreas Stankewitz und Bernd Hocker finden das gut, auch wenn sie nicht in diesen Spezial-Booten sitzen und gegen andere Teams um die Wette paddeln. Aber die beiden Chefs der Boots- und Kunststoffbau GmbH (BuK) fertigen die Sportboote mit den Drachenköpfen am Bug an – und exportieren sie auf alle Kontinente.

„Erst gestern wurden zehn Drachenboote abgeholt. Sie müssten jetzt irgendwo im Containerhafen in Hamburg liegen“, sagt Andreas Stankewitz. Toronto, Kanada, da geht für die Boote die Reise per Schiff hin. Viele der Drachenboote aus Lübesser Produktion gehen ins Ausland. Aber auch aus Deutschland kommen die Aufträge. Die Boote aus der Nähe von Schwerin sind beliebt. „Wir setzen auf Qualität“, sagt Bootsbaumeister Andreas Stankewitz, der 1992 gemeinsam mit Bernd Hocker die Firma aus der Taufe gehoben hatte. Rund 1600 Drachenboote verschiedener Größen haben sie seit Betriebsgründung verkauft, für rund 40 Prozent des jährlichen Gesamtumsatzes ist diese Sparte heute verantwortlich.

„Unser zweites Standbein ist die Konstruktion von Ausbauschalen der Sportbootmarke Viper“, sagt Bernd Hocker. Die so genannten Kaskos werden in Lübesse hergestellt, Technik, Windschutzscheibe, Motor oder Sitzpolster von einem Finalproduzenten eingebaut. In diesem Bereich alles aus einer Hand zu fertigen, „das war uns zu risikoreich“, sagt der Schweriner Stankewitz. 2008, als die Wirtschaftskrise auch die Bootsbaubranche in schwere See manövrierte, „wäre das auch unser Untergang gewesen“, so Stankewitz. Trotzdem standen 20 Prozent Umsatzeinbuße und Kurzarbeit unterm Strich. „Nach dem Tief war die Auftragslage aber so gut, dass wir die Einbußen schnell wieder kompensieren konnten“, so der 54-Jährige.

Drei Mitarbeiter, 266 000 Mark Jahresumsatz – so sah es 1993 aus. Langsam, aber kontinuierlich vergrößerte sich der Betrieb, der erst in Rastow, seit 2002 dann in Lübesse produzierte. Heute hat das Unternehmen, das derzeit auch sieben Lehrlinge ausbildet, 30 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund zwei Millionen Euro.

Stillstand ist Rückschritt – und deshalb wird auch immer weiter an neuen Ideen gefeilt. Die Schweriner Einheitsjolle wird neu aufgelegt und auf den Markt gebracht, und wenn im Juni in Schwerin wieder die Drachenboote losgelassen werden, dann werden die Teams mit den neu entworfenen Small Racing Dragon Boats der Firma BuK auf Trophäenjagd gehen. Und die Firmenchefs Stankewitz/Hocker haben bestimmt auch nichts dagegen, wenn diese neuen Modelle demnächst auch auf Weltreise gehen würden.

 

 

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