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Groß Laasch : Dorfkern entsteht auf dem Reißbrett

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Die Gemeinde Groß Laasch geht die Umgestaltung ihres Ortskerns gründlich an. Sie holt sich junge, frische Ideen von Studenten der Hochschule Wismar. Die angehenden Architekten waren ein paar Tage in der Gemeinde.

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erstellt am 29.Apr.2012 | 08:09 Uhr

gross laasch | Die Gemeinde Groß Laasch geht die Umgestaltung ihres Ortskerns gründlich an. Sie holt sich junge, frische Ideen von Studenten der Hochschule Wismar. Die angehenden Architekten - sie belegen das vierte Semester des Bachelor-Studiums Architektur - waren gemeinsam mit Professor Andrea Gaube ein paar Tage in der Gemeinde und unterbreiteten anschließend auf einer Einwohnerversammlung ihre Ideen. Studenten der Wismeraner Hochschule begleiten die Groß-Laascher bereits seit Jahren. Sie waren beispielsweise auch an der Konzipierung des neuen Kulturhauses beteiligt. Die Studenten lassen in ihre Überlegungen einfließen, was die Einwohner von der künftigen Entwicklung ihres Ortes erwarten.

Das Typische für ein Dorf, die Natur, sollte Platz in den Überlegungen erhalten. Und so haben die Studenten die Elemente Feuer und Wasser in ihre Konzeption mit einbezogen. So soll auf dem Karl-Moltmann-Platz, dem zentralen Platz des Ortes, neben der künftigen Terrasse ein Wasserbecken entstehen. An Klangstäben wird nach den Ideen der jungen Leute das Leben spendende Nass herunterlaufen. Eine Bühne hat ebenfalls Platz in den Überlegungen der Studenten, auch ein Segel, das sich quer über den Platz spannen soll und so einen Schutz vor den Elementen bildet. Eine Feuerstelle auf dem Platz hat zudem Raum in den Planungen erhalten. Insbesondere die Lage der Parkplätze, die Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und die angedachte Verlegung der Bushaltestelle sorgten für lebhafte Diskussionen mit den Einwohnern.

Der Ist-Zustand des Dorfkerns, den die Studenten analysiert haben, gibt ein wenig berauschendes Bild. Keine geordneten Parkplätze, mangelnde Grünanlagen, ein nutzungsunfreundliches Terrain sowie Probleme mit der Barrierefreiheit - das ist es, was eine der studentischen Arbeitsgruppen her ausgearbeitet hat. Die angehenden Archtekten haben Wege konzipiert, die künftig alle wichtigen Einrichtungen auf dem Platz verbinden sollen.

Die Studenten haben in Groß Laasch ein Zwischenergebnis präsentiert, an dem weiter gearbeitet wird. Dazu ist ein breites Miteinander mit den Laa schern erforderlich. Was nämlich bis hierhin gut klingt, hat auch seine Schattenseite. Die beleuchtet Andrea Weinke, die Vorsitzende des Vereins Groß Laasch Flexibel. "Ich selbst habe als Einzige einen Vorschlag zur Umgestaltung des Karl-Moltmann-Platzes eingereicht. Ist das nicht enttäuschend? Bei 1000 Einwohnern? Ich kam mit den Studenten ins Gespräch. Sie waren so motiviert. Ein Student sagte zu mir: ,Ich bin seit drei Tagen hier und habe bisher nur fünf Leute gesehen."

Weinke fragt: "Was ist los mit den Laascher Einwohnern? Auf den Gemeindeversammlungen kamen doch die Wortmeldungen, dass man sich beteiligen will. Ich habe das Gefühl mich entschuldigen zu müssen, dass es nicht möglich war, die Groß-Laascher so zu beeinflussen, dass sie wenigstens mal vorbeischauen, um zu sehen, was vielleicht möglich wäre." Die Vereinsvorsitzende befürchtet, dass die Diskussion erst beginnt, wenn alle Entscheidungen getroffen sind. Bleibt noch das Prinzip Hoffnung.

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