Ludwigslust : Doppelter Einsatz für Feuerwehr

In der Woche versuchen die Feuerwehren Techentin und Ludwigslust, gemeinsam Zugstärke zu erreichen. Hier bei einem Einsatz nach dem Alarm der Brandmeldeanlage im Stift Bethlehem.
Foto:
In der Woche versuchen die Feuerwehren Techentin und Ludwigslust, gemeinsam Zugstärke zu erreichen. Hier bei einem Einsatz nach dem Alarm der Brandmeldeanlage im Stift Bethlehem.

Auswärtige Kameraden rücken unter der Woche mit Ludwigslustern aus, um Einsatzbereitschaft zu sichern / Probleme bleiben

von
21. März 2014, 07:00 Uhr

Das Problem ist nicht neu, und es ist keines, das allein in Ludwigslust auftritt: Für die freiwilligen Feuerwehren wird es immer schwieriger, insbesondere zwischen Montag und Freitag tagsüber die Einsatzbereitschaft zu sichern. „Unsere Feuerwehren haben 150 aktive Mitglieder und 18 Kameraden in der Reserve. Da dürften wir eigentlich keine Schwierigkeiten bei der Einsatzbereitschaft am Tage haben“, sagte Gemeindewehrführer Bodo Thees jüngst bei der Jahreshauptversammlung der Gemeindefeuerwehren Ludwigslust. „Das täuscht aber gewaltig.“

Die Feuerwehren Glaisin und Hornkaten seien in der Woche zwischen 6 und 16 Uhr nur bedingt einsatzbereit. Bei den Kummeranern sei die Einsatzbereitschaft am Tage gegeben. Die Feuerwehren von Ludwigslust und Techentin würden am Tage versuchen, gemeinsam in Zugstärke (22 Einsatzkräfte) auszurücken. Nicht immer gelinge das, so Bodo Thees. Dabei bekommen diese beiden Wehren wochentags bereits Unterstützung. „Kameraden aus anderen Orten, die im Stadtgebiet arbeiten, rücken mit den Wehren Ludwigslust und Techentin aus“, erklärte der Gemeindewehrführer. Drei Techentiner Kameraden, drei Kummeraner, ein Warlower und ein Loburger fahren mit den Ludwigslustern zu Einsätzen, drei Hornkatener unterstützen die Techentiner Einsatzkräfte.

Das Problem wird seit Jahren angesprochen. Geändert habe sich jedoch noch nicht viel, so Thees. Immerhin hat die Stadt bei Einstellungen ein Auge darauf, dass der Bewerber möglichst Feuerwehrmitglied oder aber zur künftigen Mitarbeit bereit ist. Auf diese Art und Weise haben in den vergangenen Jahren bereits mehrere Kameraden eine Arbeit in der Stadt aufnehmen können.

Bodo Thees würde sich wünschen, dass die Anstrengungen noch weiter gingen. „Unser Vorschlag wäre, dass schon die Stellenausschreibungen den Zusatz enthalten, dass Bewerber, die Feuerwehrmitglied mit entsprechender Ausbildung sind, bevorzugt werden“, so der Gemeindewehrführer. Und er bat Bürgermeister Reinhard Mach außerdem, auch beim Landkreis Ludwigslust das Thema einmal anzusprechen. „Der Landkreis ist einer der größten Arbeitgeber in der Stadt, und von unseren 150 Aktiven ist nicht einer dort beschäftigt.“

Abgesehen davon, würden sich manche Kameraden nicht trauen, ihren Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft für einen Einsatz zu verlassen, obwohl das Brandschutzgesetz ihnen das Recht gibt.

Dass die Feuerwehren überhaupt noch so viele Mitglieder haben, haben sie letztlich vor allem sich selbst zu verdanken. Rund 95 Prozent der neu aufgenommenen Mitglieder würden aus den eigenen Jugendfeuerwehren stammen, wie Gemeindejugendfeuerwehrwart Lars Warnke erklärte. Gerade seien zehn junge Leute in den aktiven Dienst übernommen worden. Doch die Arbeit mit den Jugendwehren ist nicht nur zeitaufwendig, sie kostet auch Geld. Rund 1500 bis 2000 Euro Kosten fallen pro Jugendwehr und Jahr an, die nur zum kleinen Teil durch Mittel von der Stadt und dem Landkreis gedeckt werden können. „Das Geld kommt aus den Kameradschaftskassen der Feuerwehren“, so Lars Warnke. „Ob das der richtige Weg ist?“

Diesen Fakt nahm der Bürgermeister mit einigem Erstaunen zur Kenntnis. „Das muss so nicht sein“, betonte Reinhard Mach. „Da sind wir mit Sicherheit in der Lage nachzubessern.“ Schließlich hänge der Erfolg der Feuerwehren in starkem Maße von den Jugendfeuerwehren ab. Auch Stadtvertretungspräsident Schapper signalisierte Unterstützung in dieser Frage. Die Jugendwarte werden es mit Freude registriert haben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen