Ausstellung über Jugendopposition in Ludwigslust : Dokumente erstmals zu sehen

<fettakgl>Viele junge Menschen</fettakgl> gingen für ihre Ideale auf die Straße und protestierten gegen die Diktatur, wie dieses Plakat zeigt.
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Viele junge Menschen gingen für ihre Ideale auf die Straße und protestierten gegen die Diktatur, wie dieses Plakat zeigt.

Im Ludwigsluster Mehrgenerationenhaus öffnet heute eine Ausstellung über Jugendopposition in der DDR. Einige Fotos sind erstmals öffentlich zu sehen.

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06. Januar 2013, 09:53 Uhr

Ludwigslust | Für junge Leute ist es eine Zeit, die sie nie kennengelernt haben. Sie wissen bestenfalls aus Erzählungen ihrer Eltern oder Großeltern, aus Filmen und Dokumentationen, wie es damals in der DDR war. Gerade für die heutige junge Generation ist diese Ausstellung gedacht, die am heutigen Montag öffnet.

Die Schweriner Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) und das Zentrum für Bildung, Erholung und Freizeit e.V. (Zebef e.V.) zeigen bis zum 25. Februar 2013 im Mehrgenerationenhaus Ludwigslust am Alexandrinenplatz die Ausstellung "Jugendopposition in der DDR".

Die Anzahl derer, die keine eigene Erinnerung an die DDR haben, wird immer größer. Diese Ausstellung will das Interesse der jungen Generation gewinnen, indem sie von Jugendlichen in der DDR erzählt. Im Mittelpunkt stehen 18 junge Oppositionelle, die sich in 40 Jahren SED-Diktatur dem Regime entgegengestellt haben. Die einen sind an der Ostsee aufgewachsen, die anderen in Thüringen, manche in der Stadt, andere auf dem Land. Warum sie sich gegen das Regime engagierten und für welche Ideale sie sich einsetzten, wird in kurzen Texten geschildert. Ergänzt wird dies durch Fotos und Dokumente, die teilweise zum ersten Mal gezeigt werden.

Die unterschiedlichen Porträts sind angesiedelt im Zeitraum von den Nachkriegsjahren bis zur Freiheitsrevolution 1989. Beschrieben wird die Haltung der Protagonisten zum alleinigen Machtanspruch der SED, zu Scheinwahlen, zum Mauerbau oder zur fortschreitenden Militarisierung der Gesellschaft. Immer wieder stießen junge Menschen auf der Suche nach Orientierung und Wahrhaftigkeit an Grenzen, die die Diktatur setzte. Musik und Literatur wurden zensiert, Bands und Schriftsteller verboten. Wer etwas anderes wollte, wurde vom Staat reglementiert, verhaftet, verurteilt.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft und die Bundesstiftung Aufarbeitung erzählen in einer zeithistorischen Ausstellung auf 20 großformatigen Plakaten, dass es trotzdem Menschen gab, die sich wehrten und für ihre Ideale eintraten. Oftmals waren es Jugendliche, die sich dem damaligen Regime widersetzten.

Die Autoren Stefanie Wahl und Tom Sello stellen aus der Vielfalt von Opposition und Widerstand die mutigen Aktionen und eindrücklichen Schicksale einiger Akteure vor.

Die Ausstellung startet am heutigen Abend um 17.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus. In den kommenden Wochen ist jeweils von Montag bis Freitag von 10 bis 18.30 Uhr geöffnet. Während der Ferien (4. bis 15. Februar 2013) kann die Ausstellung von Montag bis Freitag von 8 bis17 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.

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