zur Navigation springen

Vielanker Brauerei-Besitzer will Risiko nicht allein tragen : Dömitzer Kaufhaus droht Schließung

vom

Dem Dömitzer Kaufhaus am Slüterplatz droht offenbar die Schließung. Der Rückfall in einen Dornröschenschlaf hätte dann auch für den unter Denkmalschutz stehenden Innenstadtkern erhebliche Auswirkungen.

svz.de von
erstellt am 01.Jul.2013 | 05:48 Uhr

Dömitz | Dem Dömitzer Kaufhaus am Slüterplatz droht offenbar die Schließung. Der Rückfall in einen dann sicherlich von der Zeit her nicht einzuschätzenden Dornröschenschlaf hätte dann auch für den unter Denkmalschutz stehenden Innenstadtkern erhebliche Auswirkungen. Das Thema "Schließung" lag schon mehrfach in der Luft. Aus den Gerüchten soll nun Gewissheit werden, wenn nicht ein finanziell fundiertes Wirtschaftskonzept auf den Tisch aller Beteiligten kommt. Der Hannoveraner Unternehmer Andreas Hüttmann, Eigentümer des Vielanker Brauhauses und der Dömitzer Hafengastronomie, ist Mieter im Dömitzer Kaufhaus, will seine "Zweigstelle" mit der DHL- und Postfiliale im Erdgeschoss nicht über den kommenden Oktober hinaus weiterführen, wenn er das unternehmerische Risiko weiter allein tragen soll.

Den weiteren Nutzern des ehemaligen zweiten Karstadt-Hauses aus dem Jahre 1926 fehlt das notwendige Kapital, um die Kosten für den kommenden Winter in Gänze aufzubringen. Sie besitzen nicht einmal Pacht- oder Mietverträge. Nur aufgrund von jeweils monatlich zu zahlenden Pauschalen können die Gewerbetreibenden als Nachbarn in einem großen Raum auf der einen Etage wirtschaften. Kaufhaus-Eigentümer Kai Hagen will die Backstein-Immobilie, deren dritte Etage seit Jahrzehnten komplett ungenutzt blieb, unter allen Umständen und so schnell wie möglich verkaufen, informierte dessen Generalmanager Rüdiger Spur.

"Eine Schließung des Kaufhauses träfe sicherlich nicht nur uns hart, sondern auch die Stadt Dömitz", schätzt die Betreiberin eines Modegeschäfts, Karina Wagner. Auch die anderen "Geduldeten" Ursula Beller-Wolter, Sabine Holtz, Heidi Alt, Gabriele Giercke und Martin Larsen müssten entsprechende Geschäftsräume suchen. Alle kritisieren, dass sie nicht an allen Gesprächen über die Zukunft des Kaufhauses beteiligt werden. "Wenn doch, dann werden wir überhört", beklagt Beller-Wolter. Die Kaufhaus-Nutzer haben deshalb ein für sie schlüssiges Nutzungskonzept entwickelt, "das Licht am Ende des Tunnels signalisiert", heißt es von Beller-Wolter.

Die Kleinunternehmer der ersten Etage rechnen wohl auch nicht mehr mit Hüttmann-Power. So lauten Vorschläge des Kaufhaus-Teams, beispielsweise den Paket- und Postdienst und das Café nicht im Service der Vielanker Brauerei zu belassen. Im Konzeptpapier finden sich auch Vorschläge, wie das Kaufhaus als Waren- und Dienstleistungszentrum etabliert werden könne.

Damit die Unterhaltungskosten deutlich minimiert werden, schlägt das Kaufhaus-Team unter anderem das Einziehen von Zwischendecken vor. "Sicherlich muss viel Geld in die Hand genommen werden. Allein die Fensterfronten sind uralt und marode", weiß Beller-Wolter. Die finanzielle Absicherung für eine auf Sicht wirtschaftliche Zukunft könnten nach Vorstellung der jetzigen Nutzerinnen ein Kaufhaus-Förderverein oder eine Mietergenossenschaft sein, die Mitmieter akquiriert, die sich mit steigendem Umsatz und kundenbindend im Kaufhaus etablieren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen