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Dömitz : Dömitzer Kanuten trotzen dem eisigen Januarwind

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Halbes Dutzend Unentwegter traf sich zum traditionellen Neujahrspaddeln in der Elbestadt

von
erstellt am 12.Jan.2015 | 07:00 Uhr

Zwei Grad, böiger Wind, ab und zu Schneeschauer – der Rest von Sturmtief „Felix“ war nicht vergnügungssteuerpflichtig am gestrigen Sonntag. Ein halbes Dutzend Paddler aus Dömitz hielt das nicht davon ab, ihre Boote einzusetzen und zum traditionellen Neujahrspaddeln aufzubrechen. Ein paar Kilometer die Müritz-Elde-Wasserstraße hoch wollten sie machen. „Schließlich soll der Spaß im Mittelpunkt stehen“, unterstreicht Jens Fähnrich, der Vorsitzende des Dömitzer Kanuvereins. Der Verein gehört mit seinen rund 40 Mitgliedern zu den kleineren Zusammenschlüssen in der Elbestadt, auf der anderen Seite eine gute Voraussetzung für den Zusammenhalt der Truppe. Die Dömitzer Vereinskanuten sind ausschließlich Wasserwanderer, der Kanurennsport wird bei ihnen nicht gepflegt.

Den Dömitzer Kanuverein gibt es bereits seit fast 63 Jahren. 1952 wurde er gegründet, was aber vor allem politische Gründe hatte, wie Jens Fähnrich erklärt. Dömitz lag an der innerdeutschen Grenze, und die Staatsmacht hatte gern alles unter Kontrolle. Die Boote sollten nicht bei den Paddlern zu Hause, sondern zentral im Vereinshaus liegen, damit nicht etwa unbemerkt jemand versucht, auf die westliche Elbseite zu gelangen. Das hat sich mit der politischen Wende in der DDR geändert. Auch im Dömitzer Kanuverein wurde manches anders. Ältere Mitglieder nutzten die sich neu bietenden Möglichkeiten und wollten fortan dem Motorwassersport frönen. Trotzdem blieb der Verein insgesamt sich treu.

„Wir sind der südlichste Kanuverein Mecklenburgs“, schmunzelt Jens Fähnrich, auch in Anspielung auf den sommerlichen Palmenstrand am nahen Dömitzer Hafen. Jung und Alt kommen im Verein zusammen, um gemeinsam die Natur zu genießen und sich gleichzeitig dabei zu bewegen. Beim gestrigen Neujahrspaddeln werden es aufgrund des Wetters nicht mehr als zehn Kilometer gewesen sein, die die Kanuten zurücklegten. Das kann sich im Sommer leicht vervielfachen, denn für echte Paddler sind 40-Kilometer-Touren keine Seltenheit. Aber auch hier gilt: Jeder, wie er mag, und wer keine großen Runden drehen will, macht sie etwas kleiner. Die ältesten Vereinsmitglieder sind 77, die jüngsten sieben und acht Jahre alt. Die Kleinen werden behutsam an die Bewegung auf dem Wasser herangeführt.

Im Sommer trifft sich einmal in der Woche die Kinderpaddelgruppe. Etwa zehn Mädchen und Jungen lernen und üben vieles, was mit dem Kanusport zusammenhängt. Halbe Kenterrollen, Tragen der Schwimmweste, Baden vom Boot aus und anderes mehr. Das Abenteuercamp für ein Wochenende auf dem Campingplatz in Malliß hat ebenfalls riesigen Spaß gemacht. Ende April ist immer Anpaddeln, um den Tag der deutschen Einheit Anfang Oktober herum stets Abpaddeln im Dömitzer Kanuverein. Seit dem letzten Jahr übrigens mit Hüpfburg, was bei den Kleinen natürlich riesig ankam. Die Vereinsfahrten für dieses Jahr stehen bereits fest, darüber hinaus gehen viele Vereinsmitglieder auf private Paddeltouren.

Mit seinem Bootsverleih unterstützt der Verein das touristische Angebot der Stadt. Die weiß offensichtlich zu schätzen, was sie an den Kanuten hat. Die finanziellen Möglichkeiten sind nicht riesig, dennoch freuen sich die Paddler über jede Hilfe aus dem Rathaus.

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