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Ludwigsluster Tageblatt

17. November 2017 | 18:52 Uhr

Dömitzer in Grabow gut aufgenommen

vom

svz.de von
erstellt am 13.Jun.2013 | 07:24 Uhr

Grabow | In gemütlicher Runde sitzen die Senioren unter dem Pavillon nahe am Eingang zum DRK-Altenpflegeheim "Haus Concordia" in Grabow. Die Stimmung ist gut, das schöne Wetter trägt wohl mit dazu bei, obwohl die Situation in dieser Einrichtung der Sozialen Betreuungsgesellschaft mbH aktuell keine alltägliche ist. Denn seit Montag hat sich die Zahl der Heimbewohner fast verdoppelt, wie Pflegedienstleiterin Simone Saffan sagte. Eine logistische und betreuerische Herausforderung, die aber mit den Partnern aus Dömitz gut bewältigt wird, hier ist Pflegeleiterin Carola Roock die Ansprechpartnerin.

Aufgrund der dramatischen Hochwasserlage an der Elbe mussten die Bewohner des Pflegeheimes "Elbtalaue" in Dömitz evakuiert werden, finden vorübergehend neues Domizil in Grabow. Für die beiden Heimleiterinnen Andrea Karstädt aus Grabow und Monika Damro aus Dömitz keine ganz so neue Situation, denn bereits beim Hochwasser 2002 haben beide Einrichtungen, die zum gleichen Träger, dem DRK-Kreisverband Ludwigslust gehören, bei der Betreuung der Senioren zusammengearbeitet, waren die Dömitzer in der Grabower Einrichtung untergekommen. So werden jetzt im Haus am Gänseort 1 in Grabow neben den 60 "einheimischen" Senioren 49 weitere Bewohner, 47 aus dem Dömitzer Heim und zwei aus der Seniorenwohnanlage, zusätzlich betreut. "Die Entscheidung, ihr Pflegeheim wegen des Hochwassers verlassen zu müssen und nach Grabow umzuziehen, haben die Senioren im Großen und Ganzen gefasst und unaufgeregt aufgenommen. Alle waren sehr geduldig und haben gewartet, bis es losgeht. Sie wurden gut versorgt und hier in Grabow gut aufgenommen", war von Ingeborg Burzlaff zu hören, die zum Grabower Heimbeirat gehört. So sieht es auch Annelise Wulff aus Dömitz. "Hochwasser habe ich schon zu DDR-Zeiten erlebt, als ich selbst noch zur Schule ging. Deshalb sind solche Situationen für mich nicht neu und ungewohnt", so die Seniorin.

Angst vor dem Hochwasser habe sie als Heimbewohnerin auch dieses Mal nicht gehabt, sie weiß, dass die Heimleitung die richtigen Entscheidungen trifft und alle Senioren in Sicherheit bringt. Das kann die Dömitzer Pflegeheimleiterin Monika Damro so bestätigen. "Wir haben alles rechtzeitig in die Wege geleitet. Donnerstag vergangener Woche haben wir angefangen zu packen und die Bewohner auf den Umzug vorbereitet. Im Jahre 2002 haben das unsere beiden Einrichtungen schon mal erlebt und da hat auch alles gut geklappt."

Andrea Karstädt, die Grabower Heimleiterin, geht davon aus, dass die Gäste aus Dömitz hier mindestens 14 Tage bleiben werden. "Erst wenn die Hochwasseralarmstufe II ausgerufen ist, können die Senioren aus dem Haus ,Elbtalaue’ wieder zurück." Noch laste ein großer Wasserdruck auf den Deichen, das kann laut Aussage des Krisenstabes noch fünf bis zehn Tage anhalten. "Als wir die Bewohner in Dömitz bei uns aufgenommen haben, rief auch sofort Grabows Bürgermeister Stefan Sternberg an und hat uns Hilfe angeboten", so Andrea Karstädt. Es geht da vor allem um die Betreuung in der Freizeit, so wird eine ehemalige Musiklehrerin aus Grabow die Senioren auf dem Akkordeon unterhalten und für etwas Abwechslung und Zerstreuung sorgen. Auch soll Wolfgang Kniep für einen plattdeutschen Nachmittag im Seniorenheim gewonnen werden.

Gut betreut und versorgt sind die Dömitzer Gäste also, und natürlich auch gut untergebracht - wie schon damals 2002. In allen 24 Einzelzimmern im Grabower Heim ist jeweils ein weiteres Bett dazugestellt worden. "Im großen Mehrzweckraum sind elf Pflegebedürftige untergebracht, zwei Brüder wohnen zusammen. Dazu wurden in jedem Essbereich jeweils vier Betten aufgestellt", ergänzt Andrea Karstädt, die an dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle ehrenamtlichen Helfer richten möchte. Dazu zählen auch die Angehörigen, die die Senioren hier in Grabow in Empfang nahmen und Getränke anboten. Von der Kita "Birkenwäldchen" und der Kita in Balow kamen die Hausmeister, um zu helfen. Um beim Umzug mitanzupacken, waren morgens um 6 Uhr in Dömitz viele fleißige Helfer erschienen, ehrenamtliche Mitarbeiter, Schüler, Mitarbeiter der Tagespflege und der Kindergärten. André Roder von der Provinzial Versicherung half beim Betten aufladen und beim Transport mit.

Anerkennende Worte fand Andrea Karstädt auch für Heidelore Paul, Rosi Prestin, Gabriele Wendt und Antje Ritter. Und Heinz Kirchner aus Grabow brachte es auf den Punkt: "Wir sind alle eine große Gemeinschaft, die zusammensteht, und wo jeder dem anderen hilft. Das wird auch in Zukunft so sein."

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