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Dömitz : Dömitz-Info: Marina Möller sagt „Tschüß!“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Nach 26 Jahren im Dienste des Tourismus warten private Aufgaben

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2016 | 19:00 Uhr

Es ist der erste Morgen im Ruhestand in Marina Möllers Haus in Wehningen. Das Telefon klingelt. Sie nimmt ab. „Dömitz-Inf…“ – der Rest geht in einem Schmunzeln unter. 26 Jahre sind nicht einfach von einem Tag auf den anderen beiseite zu schieben. Am anderen Ende der Leitung ist Dömitz’ Bürgermeister Helmut Bode. Ein Hinweisschild muss noch am Rathaus angebracht werden, dass die Dömitz-Information sich jetzt vorübergehend auf der Festung befindet. Marina Möller verspricht, das gleich zu erledigen.

Schweren Herzens hat sie den Platz hinter dem Tresen des Tourismusbüros im Rathaus verlassen. Es warten andere Aufgaben. Das Haus in Wehningen wird gerade hergerichtet. Marina Möller, die im Oktober 65 Jahre alt wird, holt ihre 88-jährige Mutter zu sich, um sie zu pflegen. Das wird eine neue Herausforderung, weiß sie. Aber Marina Möller ist mit einer positiven Lebenshaltung ausgestattet. Die wird ihr helfen, auch die neuen Aufgaben zu meistern. Und es wird trotzdem noch Zeit sein, vieles nachzuholen, was die ganzen Jahre zu kurz gekommen ist. „Ich werde mir Zeit nehmen, mit dem Rad alle die regionalen Sehenswürdigkeiten selbst zu erkunden, die ich den Touristen immer nahe gelegt habe“, sagt sie. „Und ich werde Freundschaften und Bekanntschaften wieder mehr pflegen, die ich vernachlässigen musste.“ Und natürlich wird es auch mehr Zeit für Tochter und Enkelkind geben, die gar nicht weit weg in Dannenberg leben.

Marina Möller hat eine Ur-Beziehung zu Dömitz. Hier ist sie 1951 geboren worden. „An dem Tag sind insgesamt sechs Kinder in der Stadt zur Welt gekommen, so etwas hat es nie wieder gegeben“, schmunzelt die agile Frau. Einige von ihnen pflegen auch heute noch Kontakt miteinander. In Dömitz ist Marina Möller auch zur Schule gegangen.

Nach und nach erinnert sich Marina Möller an prägende Begebenheiten in den letzten 26 Jahren. Etwa, wie die Stadt zum ersten Elbe-Badetag sogar im „Stern“ gestanden hat. Oder wie sie bei einer NDR-Sommertour in einer Quizrunde auf der Bühne stand, um 1000 Euro für einen Spielplatz in der Elbestadt zu erstreiten. Das ist ihr am Ende auch gelungen. An Einzelheiten der aufregenden Stunde erinnert sie sich bis heute.

Dann wird sie wieder ernst. „Wissen Sie, worüber ich mich besonders freue?“, fragt Marina Möller den Reporter. „Dass die Stadt Dömitz und das Amt Dömitz-Malliß nun endlich zusammenarbeiten wollen, was die touristische Vermarktung der Region betrifft“, gibt sie gleich darauf die Antwort. Das war lange Zeit nicht selbstverständlich.

Ein gerüttelt Maß Anteil hat die Wehningerin auch daran, dass der erste Nordic-Walking-Fitnesspark in MV entstand. Drei Routen werden angeboten – in Kaliß, Vielank und Dömitz.

Am Donnerstag war nun ihr letzter Arbeitstag. „Ich bin zu überhaupt nichts gekommen“, sagt sie. Es herrschte reges Kommen und Gehen in der Dömitz-Info. Viele wollten Marina Möller noch einmal die Hand schütteln und alles Gute für die Zukunft wünschen. Bürgermeister Helmut Bode war gleich zweimal da. Beim ersten mal inoffiziell, um einfach Guten Morgen zu sagen.

Marina Möller wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht der Elbestadt weiter erhalten bliebe. Nicht nur als Ansprechpartnerin für ihre Nachfolgerin in der Dömitz-Information. Sie arbeitet auch im Vorstand des Förderkreises der Festung Dömitz mit. „Darüber bin ich sehr froh, denn die Festung liegt mir sehr am Herzen“, so Marina Möller.

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