SPD sucht neuen Direktkandidaten : Dirk Friedriszik will zur Landtagswahl 2021 nicht wieder antreten

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Dirk Friedriszik will zur Landtagswahl 2021 nicht mehr antreten. Bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Ludwigslust habe er mitgeteilt, dass er für keine weitere Kandidatur zur Verfügung stehe, erklärte der Techentiner auf SVZ-Anfrage.
Dirk Friedriszik will zur Landtagswahl 2021 nicht mehr antreten. Bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Ludwigslust habe er mitgeteilt, dass er für keine weitere Kandidatur zur Verfügung stehe, erklärte der Techentiner auf SVZ-Anfrage.

Im Wahlkreis 19 bewirbt sich Christian Winter aus Neustadt-Glewe.

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09. September 2020, 16:00 Uhr

Überraschung für die Genossen: Der SPD-Landtagsabgeordnete Dirk Friedriszik will zur Landtagswahl 2021 nicht wieder antreten. Bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Ludwigslust habe er mitgeteilt, dass er für keine weitere Kandidatur zur Verfügung stehe, erklärte der Techentiner auf SVZ-Anfrage. Gründe für seine Entscheidung nannte er unserer Zeitung nicht. „Ich möchte mich aus persönlichen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter äußern.“ Der in Neubrandenburg erscheinende Nordkurier zitiert den Landtagsabgeordneten allerdings so: „Ich stehe mit meinem größten Anliegen, dem Kampf gegen Rechts, in meiner Fraktion komplett alleine auf weiter Flur.“  Friedriszik war kurz nach seiner Wahl 2016 in die Kritik geraten, weil er eine frühere AfD-Mitgliedschaft verschwiegen hatte. 

Ankündigung sorgte für Überraschung

Die Ankündigung des Landtagsabgeordneten kommt offenbar auch für den SPD-Kreisverband überraschend. „Wir haben bislang keine Information darüber, dass Dirk Friedriszik nicht wieder antritt“, sagte SPD-Kreisvorsitzender Reno Banz. „Ich ging bisher davon aus, dass er kandidiert, zumal er aktuell ja Landtagsabgeordneter ist.“

Für das Direktmandat im Wahlkreis 19 gibt es aber zumindest schon einen Bewerber: Christian Winter, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Neustadt-Glewe. Obwohl erst 33 Jahre jung, ist er schon seit 15 Jahren in der SPD aktiv, hat ehrenamtlich viel Arbeit investiert. Bis 2018 war er ein gutes Jahr lang Landesvorsitzender der Jusos. „Und dann kommen Daten wie so eine Landtagswahl, wo man sich fragt und wo man gefragt wird, ob das etwas für einen wäre“, erzählt der gebürtige Hagenower, der Vater einer zweijährigen Tochter ist. Winter, studierter Volkswirt und als Projektleiter bei einem Bildungsträger tätig, kam zu dem Schluss, dass ihn die Arbeit als Landtagsabgeordneter reizen würde. Sein Ortsverein Neustadt-Glewe unterstützt seine Bewerbung.

Entscheidung fällt am Sonnabend

Die Entscheidung, ob Christian Winter der Direktkandidat der SPD im Wahlkreis 19 wird, fällt am Sonnabend. Dann treffen sich die Sozialdemokraten aus dem Landkreis auf dem Landgestüt Redefin, um für alle fünf Wahlkreise ihre Direktkandidaten für die Landtagswahl im kommenden Jahr zu bestimmen. Dabei gibt es für mindestens einen Wahlkreis zwei Bewerber für die Direktkandidatur.

Bei den Wahlkreiskonferenzen am Sonnabend können die SPD-Mitglieder aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim erstmals nicht nur für den Wahlkreis abstimmen, in dem sie selbst leben, sondern auch für die anderen Wahlkreise im Kreisgebiet. Das erklärte Tim Grafe, Regionalreferent für Ludwigslust-Parchim, auf SVZ-Anfrage. Da die Wahlkreiskonferenzen als Vollversammlung laufen, sei jedes Parteimitglied mit Wohnsitz im Kreisgebiet (sofern bei der Landtagswahl wahlberechtigt) eingeladen und stimmberechtigt.

Zwei Bewerber für ein Direktmandat

Die bisher bekannten Bewerber für eine Direktkandidatur sind eine Mischung aus alten Bekannten und Neulingen. Im Wahlkreis 17 bewirbt sich Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus und im Wahlkreis 18 Elisabeth Assmann, die aktuell im Landtag sitzt. Für den Wahlkreis 19 war bis Montag nur Christian Winter als Bewerber bekannt. Im Wahlkreis 31 steht mit Christian Brade ein aktuelles Landtagsmitglied bereit. Zwei Bewerber gibt es im Wahlkreis 32, wo der langjährige Landtagsabgeordnete Thomas Schwarz aus Demen nicht mehr antreten wollte. Die Bewerber sind Christine Klingohr und Thomas Frost.

Zwei Bewerber für ein Direktmandat – für Tim Grafe nichts Ungewöhnliches. In Schwerin hatte es für einen Wahlkreis sogar drei Bewerber gegeben. „Für einen demokratischen Prozess ist es doch gut, wenn man zwischen mehreren Kandidaten die Auswahl treffen kann“, betonte der Regionalreferent.

Wer am Sonnabend um die fünf Direktkandidaturen streiten wird, steht noch nicht abschließend fest. Laut den Statuten der SPD kann man noch bis kurz vor den Abstimmungen erklären, dass man kandidieren will.

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