zur Navigation springen

Neustadt-Glewe : Dieser Mann spürte die SchaKu auf

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Siegfried Teichert wird Neustädter Schule Schienen-Fahrzeugkupplung übergeben, die Schul-Namensgeber Karl Scharfenberg erfand

von
erstellt am 20.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Sie sind auch heute noch weltweit im Einsatz, verbinden Eisenbahn- oder Straßenbahnwaggons miteinander: automatische Schienen-Fahrzeugkupplungen, kurz SchaKu genannt. Doch wer weiß schon, dass „SchaKu“ für Scharfenberg-Kupplung steht. Und die hat Karl Scharfenberg (1874-1938) erfunden, jener Mann, dessen Namen die Regionale Schule in Neustadt-Glewe seit dem 22. Oktober 2011 trägt.

Demnächst nun wird im Eingangsbereich der Schule eine Schaku zu sehen sein. Zu verdanken ist dies dem Engagement des Neustädter Unternehmers Siegfried Teichert.

„Ich habe 2011 mit Interesse verfolgt, welchen Namen die Schule bekommt“, erinnert sich Teichert. „Zumal meine Frau hier Lehrerin ist (Ursula Teichert begleitet neben ihrer Lehrertätigkeit auch die Schülerfirma „Bio-Top“ der Regionalen Schule – d. R.). Uschi kam dann an jenem Tag nach Hause und sagte, dass die Schule nun Karl Scharfenberg heißt.“ Siegfried Teichert fand die Sache toll, wie er heute sagt. Denn immerhin studierte der gebürtige Wismarer Scharfenberg nach dem Schulbesuch am Neustädter Technikum.

Siegfried Teichert: „Doch in vielen Gesprächen musste ich feststellen, dass kaum jemand etwas über Scharfenberg wusste.“ Nun überlegte Teichert, der selbst Maschinenbau studiert hat und so natürlich technisch interessiert ist, gemeinsam mit seiner Frau, wie man den Bezug zwischen Namensgeber und Schule anschaulich vermitteln könnte. „Wir wussten, dass Scharfenberg die berühmte Kupplung entwickelt hatte. Deshalb dachten wir uns, dass man eine solche besorgen und in der Schule aufstellen könnte“, berichtet Teichert. Doch sämtliche Bemühungen blieben erstmal vergeblich. Von allen in Frage kommenden Schienenfahrzeugunternehmen kamen Absagen.

Im Oktober 2014 schließlich war Teichert mit Ehefrau Ursula im Zittauer Gebirge im Urlaub. Beide fuhren eines Tages mit der Zittauer Schmalspurbahn nach Oybin und besuchten das dortige Museum der Schmalspurbahn. Purer Zufall: Teicherts entdeckten unter den Exponaten eine SchaKu. „Für uns war klar, so ein Ding muss her nach Neustadt“, lacht Siegfried Teichert. Natürlich konnte das Exponat nicht mitgenommen werden. Doch Teichert blieb in Verbindung mit dem Museum und erfuhr von dort Mitte Januar 2015: Man könne eine historische SchaKu abgeben.

Siegfried Teichert setzte sich Anfang Februar dann ins Auto und düste ins über 500 Kilometer entfernte Zittauer Gebirge. Auf dem Rückweg hatte er die berühmte SchaKu im Gepäck. „Es ist eine Scharfenberg-Kupplung etwa aus dem Jahre 1900“, freut sich Siegfried Teichert, der ausdrücklich auch seiner Frau für ihre Unterstützung bei der langen Suche nach einer SchaKu danken möchte.

Teichert wird die Kupplung am 3. März, dem Geburtstag Scharfenbergs, der Schule übergeben, die dessen Namen trägt.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen