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Kreistagswahl in Ludwigslust : Dieser Kreistag ist vom Wähler so nicht gewollt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bereits acht Abgeordnete haben ihr Mandat zurückgegeben / Nachrücker haben deutlich weniger Stimmen

von
erstellt am 24.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Exakt 77 Mitglieder hat der Kreistag des Landkreises Ludwigslust-Parchim und ist damit größer als der Landtag in Schwerin. Doch so, wie ihn der Wählerwille im vergangenen Jahr nach den Wahlen zusammengestellt hat, so gibt es den Kreistag gar nicht mehr. Er ist durch die Rückgaben von Mandaten und Nachrückern auf sieben Positionen verändert worden, eine Stelle ist derzeit unbesetzt. Kreistagspräsident Olaf Steinberg hatte in der jüngsten Kreistagssitzung gleich drei Veränderungen zu verkünden. Jüngstes Beispiel ist Hans-Jürgen Gärtner von Bündnis 90/Die Grünen, für ihn ist noch kein Nachrücker gefunden worden.

Gründe für die Rückgabe der Mandate werden sowohl im offiziellen Teil als auch auf Nachfrage nicht genannt. Intern ist jedoch zu erfahren, dass es meist um persönliche Sachen gehen soll. Das zumindest bestätigte Kreistagspräsident Steinberg, der in der gegenwärtigen Entwicklung noch keinen Grund zur Sorge sah.

Interessant ist jedoch ein Blick auf die Wählerstimmen, die so offenkundig unwirksam werden. Zurückgetreten ist z. B. Manfred Bosselmann von der SPD, er vereinte immerhin 1771 Stimmen auf sich. Sein Nachrücker, Siegfried Minklei, brachte es gerade einmal auf 609 Stimmen. Noch deutlicher wird das Gefälle bei der CDU. Ursprünglich gewählt war Lutz Heinrich aus Boizenburg, der 2105 Stimmen zog. Ihm folgte Erdmann Roloff mit 646 Stimmen nach. Doch er sitzt auch nicht mehr im Kreistag. Seinen Platz besetzt nun Gisela Steinfort mit 373 Wählerstimmen.

Das Thema der Nachrücker erfasst fast alle Fraktionen, bei den Linken gab Rainer Raeschke sein Mandat zurück, ihm hatten 1283 Wähler ihre Stimme gegeben. Ihm folgte René Bühring, der es aber nur auf 408 Stimmen brachte.

Das Phänomen, dass nahezu zu jeder Kreistagssitzung Veränderungen bei den Mandatsträgern verkündet werden müssen, ist nicht neu. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode hatte es zahlreiche Veränderungen gegeben. Wer den Überblick behalten wollte, sah vor der Sitzung erst einmal auf der offiziellen Seite des Kreistages nach, wer noch an Bord war. Doch damals hatten es viele auch auf die Übergangsperiode durch die Kreisgebietsreform geschoben. Dieser Kreistag ist jedoch für volle fünf Jahre gewählt.

Zumindest in einem Punkt bleibt der Wählerwille auch mit den Nachrückern gewahrt, beim Verhältnis der Parteien und Gruppierungen. Fakt ist aber auch, durch das laufende Stühlerücken im Kreistag wird eine kontinuierliche Arbeit auch in den Ausschüssen immer schwieriger.

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