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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 18:34 Uhr

Wöbbelin : Dieser Bus ist eine tolle Schule

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kreisweites Projekt von Polizei, VLP und Unfallkasse MV startete gestern an der Grundschule in Wöbbelin

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 07:00 Uhr

Der Bus fährt in die Haltestelle ein und rammt den rot-weißen Verkehrskegel, der prompt umkippt. Busfahrer Bernd Eixmann demonstriert den Schülern so, was passieren kann, wenn sie zu dicht am Bordstein stehen.

Gestern startete an der Grundschule in Wöbbelin das Projekt „Busschule“ von Polizei, der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) und der Unfallkasse MV. Sprecher Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust: „In unserem Landkreis nutzen viele Kinder aus dem ländlichen Bereich den Schulbus. Ziel des Projekts ist es, Unfälle an der Bushaltestelle und im Bus zu vermeiden.“

Und dazu gehört eben auch, den eingangs erwähnten Abstand zur Straße einzuhalten. „Oh, wenn da jemand gestanden hätte“, ruft der kleine Pepe erschrocken aus, als die rechte Seite des Busses den Verkehrskegel zum Kippen bringt.

Deshalb mahnt auch Präventionsberaterin Christin Höfler von der Polizei die Kinder nochmals eindringlich, stets auf genügend Abstand zur Straße zu achten.

Busfahrer Bernd Eixmann weist auf eine weitere Gefahrenquelle hin: „Ihr dürft nie genau vor oder hinter dem Bus stehen oder die Fahrbahn überqueren. Wisst ihr, was ein toter Winkel ist?“ Kollektives Kopfschütteln. Bernd Eixmann lässt es die Kinder selbst ausprobieren. Jedes darf sich einmal auf den Fahrersitz setzen und soll dann in die Rückspiegel schauen, während alle anderen genau hinter dem Bus stehen. „Kannst du jemanden sehen“, fragt Bernd Eixmann. Karla reckt ihren Hals zu allen Seiten, schaut in den rechten, dann in den linken Spiegel. „Nein, da ist keiner zu sehen“, sagt sie und weiß nun, wie alle anderen auch, was mit dem „toten“ Winkel gemeint ist.

Eine weitere Demonstration zeigt den Erstklässlern, dass sie im Bus möglichst immer sitzen bzw. sich gut festhalten müssen. Bernd Eixmann beschleunigt den leeren Bus auf vielleicht 30 km/h, bremst dann und lässt die Kinder einsteigen. Sie sehen, wo eine Stofffigur, die zuvor in der letzten Sitzreihe „saß“, landete. Die Puppe liegt mehrere Meter entfernt im Gang.

Was aber nun, wenn es doch einmal zum Unfall kommt. „Dann gibt es zum Beispiel diesen Nothammer, mit dem die Fensterscheibe des Notausstiegs zerschlagen werden kann. Und wenn der Bus umgekippt sein sollte, kann man durch die Dachluke ins Freie kommen, die dann ja an der Seite ist“, so Bernd Eixmann.

Das gestern im Landkreis gestartete Projekt ist für Erstklässler gedacht und soll so von „Anfang an den den Grundstein zum ,richtigen Fahren’ im Schulbus legen“, wie Polizeisprecher Klaus Wiechmann sagt. Vor dem praktischen Teil am Bus führten die Präventionsberaterinnen der Polizei Christin Höfler und Karola Sachse gestern im Klassenzimmer einen theoretischen durch. „Die Kinder wissen schon eine ganze Menge“, freute sich Christin Höfler. „Zum Beispiel, dass sie im Bus nicht essen und trinken dürfen und nicht zu laut sein sollen, um den Busfahrer nicht abzulenken.“ Klaus Wiechmann ergänzt: „Ganz wichtig ist auch, dass die Kids in der jetzt beginnenden dunklen Jahreszeit helle und reflektierende Kleidung tragen.“

Das Interesse an dem Projekt ist so groß, dass nicht alle Wünsche der Schulen erfüllt werden können. In diesem Jahr (Oktober/November) wird es mit 19 Klassen durchgeführt, jetzt aber jedes Jahr angeboten.

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