zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 22:31 Uhr

Festung Dömitz : Diese Tür bleibt vorerst zu

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Verkehrssicherheit im Kommandantenhaus nicht mehr gegeben. Andere Ausstellungen auf der Festung Dömitz sind normal geöffnet.

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 07:00 Uhr

Wer auf der Festung Dömitz das Zunftgeschirr eines Zinngießers, die Gemälde von Tom Dragnus oder den Pulverkeller sehen möchte, wird derzeit enttäuscht. Die Tür des Kommandantenhauses, in dem sie sich befinden, öffnet sich vorerst nicht. „Wir mussten das Kommandantenhaus aus statischen Gründen sperren“, erklärt Dömitz’ Bürgermeister Helmut Bode. Wann die Ausstellungen wieder besichtigt werden können, sei nicht absehbar.

Dass mit dem Kommandantenhaus etwas passieren muss, ist seit Jahren klar. „Es gibt Risse im Mauerwerk, Türen klemmen, im Treppenhaus werden Setzungserscheinungen deutlich sichtbar“, zählt Museumsleiter Jürgen Scharnweber Beobachtungen auf, die nicht nur er und seine Mitarbeiterinnen, sondern auch die Besucher gemacht haben. „Die Architektur geht nun einmal auf bis zu 450 Jahre zurück.“ Helmut Bode verweist auf einen Riss in der Decke des Pulverkellers. „Er wird immer größer, inzwischen ist der erste Stein herausgefallen“, so der Bürgermeister. „Das zeigt, dass das Mauerwerk weiter arbeitet.“

Anstoß für die jetzt erfolgte Sperrung waren aktuelle Aussagen eines Ingenieurbüros, das bereits 2008 das Gebäude untersucht hatte. „Schon im damaligen Gutachten hieß es, dass es ohne eine baldige Sanierung nicht geht“, so Bode. „Jetzt bekamen wir auf unsere Anfrage die Antwort, dass eine Sicherung erfolgen müsse, weil sich die Situation nicht verändert, schon gar nicht verbessert habe.“ Das Risiko, dass irgendwo etwas ab- oder herausbricht und ein Mensch verletzt wird, habe er nicht eingehen können, begründet Helmut Bode die Sperrung. Jürgen Scharnweber hätte sich eine solche Entscheidung nicht unbedingt in der Saison, sondern im Herbst gewünscht. „Aber wir haben eine große Verantwortung für Besucher, Mitarbeiter und die wertvolle Sammlung.“

Nach einer Gesprächsrunde mit dem Leiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege, Dr. Michael Bednorz, haben die beiden Dömitzer aber Hoffnung. „Er hat uns ganz deutlich gesagt, dass die Substanz gesichert werden muss, und uns signalisiert, dass das Land die Kommune unterstützen kann, wenn es um Sicherungsmaßnahmen geht, vor allem finanziell“, so Scharnweber. „Und dass dem Land am Erhalt der Festung gelegen ist.“

Die Stadt Dömitz müsse jetzt klären, welche konkreten Sicherungsmaßnahmen nötig sind und dann deren Planung in Auftrag geben, so Helmut Bode. Um die Finanzierung der Arbeiten zu klären, hat er nun drei Schweriner Minister zu einem Gespräch am 9. August nach Dömitz eingeladen. Denn die Stadt selbst hat kein Geld, im Moment noch nicht einmal einen genehmigten Haushalt für 2017.

Für die Festungsmitarbeiter geht die Arbeit auch nach der Sperrung des Kommandantenhauses weiter. „Es gibt ja weiterhin Führungen, Vorträge und Ausstellungen in der Hauptwache, im Blockhaus und im Eingangsbereich“, so Jürgen Scharnweber. „Und natürlich die Festungsanlage selbst, die weiterhin zugänglich ist.“ Außerdem präsentiert das Unesco-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe eine Ausstellung im Zeughaus und die Ausstellung „Im Grunde“ in der Kasematte „Greif“.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen