Neu Kaliss : „Diese Ruhe, diese herrliche Ruhe“

Ruhe und kein Trubel: Günter und Hildegard Schleuter haben in Neu Kaliß gefunden, was sie für ihren Urlaub suchen.
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Ruhe und kein Trubel: Günter und Hildegard Schleuter haben in Neu Kaliß gefunden, was sie für ihren Urlaub suchen.

Der Campingplatz „Find’s hier“ ist eine gute Adresse für Urlauber, die Natur und Stille suchen.

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20. August 2016, 12:00 Uhr

Leise plätschert das Wasser der Elde vorbei. Der Wind streicht sanft durch die Baumkronen, ein weißer Schmetterling segelt am Ufer entlang. Günter Schleuter sitzt unter dem Sonnensegel seines Wohnmobils und genießt. „Diese Ruhe, diese herrliche Ruhe. Hören Sie irgendetwas?“ fragt der 63-Jährige aus Münster. Gemeinsam mit seiner Frau war er am Tag zuvor auf dem Campingplatz „Find’s hier“ in Neu Kaliß angekommen. Per Zufall.

„Eigentlich wollten wir auf der Rückreise von der Ostsee eine Pause in Dömitz machen“, erzählt Hildegard Schleuter. „Doch dann haben wir den kleinen Wegweiser zu diesem Stellplatz entdeckt.“ Aus der für den nächsten Tag geplanten Weiterreise wurde nichts. „Wir bleiben nun zwei, drei Tage“, sagt die 61-Jährige. „Weil es hier so urig und gemütlich ist.“

Dass Gäste ihre Urlaubspläne umstoßen, erlebt Rico Stein, Inhaber von Campingplatz und Bootsanleger, immer wieder. „Manch einer kommt für eine Nacht und bleibt zwei Wochen“, erzählt der 48-Jährige. „Und viele kommen immer wieder.“

Vor fünf Jahren hatte Rico Stein das Gelände übernommen, um sich beruflich zu verändern. „Ich bin als Fuhrunternehmer 15 Jahre lang Lkw gefahren“, erzählt der Familienvater. „Da bist du den ganzen Tag allein. Ich wollte eine Arbeit, bei der ich mit Menschen zu tun habe.“

Im Winter steigt Rico Stein zwar immer noch in seinen Lkw, aber in der Saison bestimmen Wasserwanderer und andere Touristen seinen Tagesablauf. Morgens holt er frische Brötchen. Dann müssen die Sanitärräume gereinigt, Laub geharkt oder der Rasen gemäht, mal ein Kaffee oder Tee für die Besucher bereitet werden. Und schließlich bereitet Rico Stein die Küche für den Abend vor. Um 18 Uhr (am Wochenende schon früher) öffnet die kleine Gaststätte, die er gemeinsam mit seiner Frau betreibt. Vor 23 Uhr hat er selten Feierabend. „Aber die Natur und die Ruhe hier entschädigen dafür.“

Noch gibt es auf dem Platz einiges zu tun. Direkt am Wasser hat Rico Stein eine Terrasse gebaut. Gerade wurde die Stellfläche für Camper vergrößert. „Jetzt können rund 20 Wohnmobile und etwa zehn Boote bei uns stehen bzw. liegen“, erklärt Stein. Am Waldrand entsteht sein neuesten Projekt – ein Tresen für Feste und Feiern. Der Kalisser hat ihn aus einem Container gebaut. In einer Woche soll er fertig sein und seine Feuerprobe bestehen. Denn am Sonnabend, dem 27. August, wird wieder zum Hafenfest geladen. Damit größere Gruppen künftig auch in der kühleren Jahreszeit bei „Find’s hier“ feiern können, will Rico Stein noch die Scheune, die – wie das gesamte Hofensemble – unter Denkmalschutz steht, ausbauen. Wenn alle Genehmigungen vorliegen.

Inmitten der Natur und gleichzeitig ganz nah an Supermarkt, Bäcker, Apotheke & Co. – damit punktet der Wasserwanderrastplatz „Find’s hier“ bei vielen Gästen. Auch für Günter und Hildegard Schleuter steht schon fest: „Wenn wir wieder einmal Richtung Norden unterwegs sind, kommen wir bestimmt wieder“, so der 63-Jährige. „Ruhe und wenig Trubel, das suchen wir. Denn Hektik haben wir im Alltag genug“, betont der Unternehmer, der in Münster einen Malerbetrieb führt.

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