Grabow : Die Werners auf der Elde

Mit dem Wikinger-Boot „Willem 1“ den Ferien entgegen: Michaela und Bernd Zarth vom Werner-Club auf einer Bootstour mit Achtklässlern der Pestalozzi-Schule.
Mit dem Wikinger-Boot „Willem 1“ den Ferien entgegen: Michaela und Bernd Zarth vom Werner-Club auf einer Bootstour mit Achtklässlern der Pestalozzi-Schule.

Werner-Club „Elde-Jugend“ engagiert sich seit 24 Jahren für Kinder- und Jugendarbeit Bootstouren in den Sommerferien immer ausgebucht

svz.de von
10. Juli 2018, 12:00 Uhr

Wenn sich das rote Wikinger-Boot seinen Weg über die Müritz-Elde-Wasserstraße bahnt, wissen die meisten Anleger schon Bescheid: Da kommen die Werners! Seit mittlerweile 24 Jahren ist das Boot des Werner-Club „Elde-Jugend“ nicht mehr von den Gewässern wegzudenken. Doch dahinter stecken nicht nur lustige Bootstouren, sondern Kinder- und Jugendarbeit, die mittlerweile in der ganzen Region bekannt ist.

Schiffsführer Bernd Zarth begrüßt jeden Fahrgast an der Hechtsforthschleuse persönlich. Die Achtklässler der Pestalozzi-Schule Ludwigslust kennt der Vorsitzende des Werner-Club schon einige Jahre. Durch Ehefrau Manuela, die an der Schule als Sozialarbeiterin tätig und im Club für die Kinder- und Jugendarbeit zuständig ist. Bis zur Gründung des Clubs 1994 hatte der heute 59-Jährige damit beruflich nichts zu tun.

Doch dann lernte das Ehepaar Wilken F. Dincklage, besser bekannt als Willem, kennen. Der Hamburger Musiker und Radiomoderator war Mitinitiator des Clubs, um die Kinder- und Jugendarbeit auch auf dem Wasser voranzutreiben. „Zu der Zeit waren die Werner-Filme gerade in den Kinos. Der Witz und die lockeren Sprüche haben viele Jugendliche angesprochen“, erklärt Michaela Zarth. Willem war außerdem mit dem Comiczeichner Rötger Feldmann alias Brösel befreundet. Als Willem im Oktober 1994 starb, übernahm das Ehepaar die Boote von dessen Witwe. „Deshalb tragen die Boote auch heute noch seinen Namen“, so Bernd Zarth.

Und seit 24 Jahren sind keine Sommerferien ohne Bootstouren mit Kindern und Jugendlichen vergangen. „Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben. Aber wir sind immer gefahren“, erklärt Bernd Zarth. Die Touren dauern jeweils eine Woche und sind stets ausgebucht. Etwa zehn bis zwölf Kinder und Jugendliche, zunehmend verhaltensauffällig, nehmen gemeinsam mit einem Schiffsführer und einem Betreuer an der Tour teil. „Das ist wie Therapie, Wasser beruhigt“, so Michaela Zarth. Neben der Zeit auf dem Wasser und Ausflügen an Land gehören auch Aufgaben im Zeltlager dazu, wie zum Beispiel kochen und einkaufen. „Außerdem müssen sich alle an die Regeln auf dem Boot halten und auch mal die Leinen festmachen oder schleusen“, erklärt Bernd Zarth.

In den vergangenen 24 Jahren sind die roten Boote auch zu Hochzeiten, Jugendweihen oder am Kindertag gefahren. „Damals hatten wir aber auch noch über 100 Mitglieder, heute sind es 47“, erklärt Bernd Zarth. Heute liegt der Fokus komplett auf der Kinder- und Jugendarbeit, wie zum Beispiel beim Tagesausflug mit den Achtklässlern.

Gerade erst hat das Ehepaar Zarth mit anderen Clubmitgliedern und Unterstützern das Boot „Willem 1“ auf Vordermann gebracht. „Wir sind wirklich stolz auf unseren Kahn“, so Bernd Zarth, der einen neuen Kapitänssitz bekommen hat. Auch der Bresegarder Agro Service half bei den Arbeiten. Mit viel Eigeninitiative und noch mehr Arbeit habe der Club bisher überlebt. „Natürlich machen wir uns auch Sorgen um die Zukunft, wenn wir irgendwann nicht mehr können. Aber soweit ist es noch nicht und man wird die Werners weiterhin auf dem Wasser sehen“, so Michaela Zarth.

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