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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 16:42 Uhr

Die vielen Orte des Glücks - Ludwigslust

vom

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erstellt am 12.Jan.2011 | 07:16 Uhr

Ludwigslust | Es gibt viele Orte, an denen Menschen restlos glücklich sind. Manchmal sind es unscheinbare Plätze, die auf den ersten Blick gar nicht besonders auffallen.

Viele Männer sind glücklich und zufrieden, wenn sie in ihrem etwas unordentlichen Hobbykeller an einer Modelleisenbahn herumschrauben. Kaum ein Auge sieht die werkelnden Männer dort - und doch finden sie hier am meisten Ruhe, tanken am meisten Kraft, empfinden im Kleinen die größten Glücksmomente. Und viele der an verborgenen Orten Glücklichen wissen genau, was die Schriftstellerin Pearl S. Buck meint, wenn sie sagt: "Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das Große vergebens warten."

Gemütliches Café oder Küchentisch

Auch Frauen genießen oft das Glück der verborgenen, der unscheinbaren Orte. Bei einem Kaffee mit der besten Freundin in einem schnuckligen Café zum Beispiel. Manchmal reicht für das angeregte Gespräch, bei dem die neuesten Neuigkeiten ausgetauscht werden, sogar schon der Küchentisch. So kann selbst das alltäglichste Zimmer in der ganzen Wohnung zum Ort des größten Glücks werden. Und wer das genießen kann, der versteht auch, was die Schriftstellerin Carmen Sylva: "Glück ist nicht in einem ewig lachenden Himmel zu suchen, sondern in ganz feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben zurechtzimmern."

Apropos Alltag: Bestenfalls kann auch die Arbeitsstelle zu einem Ort des Glücks werden. Der ein oder andere hat sein Hobby zum Beruf gemacht, verlässt morgens das Haus gerne, um zur Arbeit zu fahren. Und wenn Mark Twain auffordert: "Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden", dann gilt das vielleicht auch für die Orte des Glücks: Gib jedem Ort die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.

Fußballstadion oder Sportplatz

Auch öffentliche Orte haben das Potential zum Glücklichsein. Dem Lieblingsclub im ausverkauften Fußballstadion zuzujubeln, führt nachweislich zum Ausstoß von Glückshormonen. Doch auch selbst auf dem Sportplatz zu stehen, kann ein Kribbeln im Bauch auslösen. Und spätestens beim Torjubel mit den Mitspielern tanzt auch das Serotonin im Nervensystem Samba. Es ist eben so, wie der Theologe Albert Schweitzer es formuliert hat: "Das Glück kann man nur multiplizieren, indem man es teilt."

„Mit den Schülern zu arbeiten macht mich glücklich“

Seit fünf Jahren arbeitet der Techentiner Lehrer Günter Bruns in der Sonderpädagogik. Zur Zeit vor allem in der Ludwigsluster Schulwerkstatt. „Kindern wieder Vertrauen in das System Schule zu vermitteln, das macht mir großen Spaß und deshalb fühle ich mich hier an der Tafel auch besonders glücklich. Zu sehen, wie die Schüler Fortschritte machen, ist sehr schön“, sagt der 49-Jährige Pädagoge.

„Beim Wandern und Beraten fühl ich mich pudelwohl“

Mit fast 60 Jahren ist Marina Möller noch voller Tatendrang. Glücksmomente, die findet die Wehningerin beim sportlichen Wandern über Stock und Stein, ob bei schlechtem Wetter oder Sonnenschein. Glücklich ist sie auch bei ihrer Arbeit in der Dömitz-Info: „Touristen über die Schönheiten unserer Heimat zu informieren und die Menschen dorthin zu führen, dass macht mich glücklich.“

Alboglossiphonia als Erster auf der Welt beschrieben

„Ort des Glücks im Ludwigsluster Natureum ist immer da, wo sich gerade etwas tut“, sagt Uwe Jueg, der Vorsitzende der Naturforschenden Gesellschaft Mecklenburg. So ein ganz besonderer Moment war für ihn 2008, als er in Südspanien nach einem kleinen Egel forschte, den ihm ein Bekannter zuvor geschickt hatte. Uwe Jueg hat Alboglossiphonia iberica schließlich als Erster auf der Welt wissenschaftlich beschrieben.

„Inmitten der Kirche fühle ich mich immer am glücklichsten“

„Der Ort, an dem ich mich immer am glücklichsten fühle, ist die Stadkirche“, gesteht Küster Thomas Konradt. Der 50-Jährige sieht sich sozusagen als Hausmeister in einem Gotteshaus, das er in Schuss hält. „Auch regelmäßig Gottesdienste zu begleiten, bedeutet mir eine ganze Menge“, sagt der Ludwigsluster, der seit dem Jahre 2006 das Amt in der Evangelischen Kirchgemeinde inne hat.

„In der Werkstatt ist es immer noch am schönsten“

In der Kinder- und Jugendwerkstatt des Zebef im Ludwigsluster Wasserturmweg riecht es nach Öl und Benzin. An einem Tisch sitzt Thomas Seifert und schraubt an einem Motor herum. „Ich arbeite jetzt im dritten Jahr hier und mit den Kindern zusammenzuarbeiten, das macht mich so richtig glücklich. Vor allem, wenn die Kinderaugen vor Freude blitzen“, sagt der Eldenaer.

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