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Ludwigsluster Tageblatt

23. September 2017 | 16:32 Uhr

Brenz : Die Teerwalze stand schon bereit

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Dubiose Baukolonne wollte in Brenz Gemeindeweg teeren. Andere Truppe baute bei Bürgermeister fast die Dachrinne ab

von
erstellt am 21.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Die dubiose Teerkolonne, die in Nordwestmecklenburg ihr Unwesen treibt – jetzt kommt raus: Die Truppe wollte auch eine Frau in Neu Brenz in die Kostenfalle locken – und ein weiterer Bautrupp sogar den Bürgermeister.

Zuletzt war die Teerkolonne am vergangenen Montag bei Grevesmühlen aufgetreten (SVZ berichtete). Ein Mann war aus einem Auto mit niederländischem Kennzeichen gestiegen, stellte sich einer Grundstückeigentümerin als Mitarbeiter der „Stratenbohfirma Meier“ vor und und bot der Frau an, ihre „kaputte“ Einfahrt mit Kies und Split zu reparieren, die von Straßenbauarbeiten für die Gemeinde übrig geblieben waren.

Bürgermeister Henry Topp aus Brenz erlebte vergangene Woche ähnliches: „Eine Einwohnerin aus Neu Brenz rief mich vormittags an und sagte, an ihrem Grundstück stehe eine Bauarbeiterkolonne, die den Weg (ca. 20 Meter) neben dem Anwesen ’sehr billig’ befestigen wolle.“ SVZ sprach gestern mit der Frau, die den Vorfall bestätigte: „Zuerst fuhr ein Silber farbener Pkw mit holländischem Kennzeichen vor, aus dem ein braungebrannter Mann mit gegeeltem Haar stieg. Er meinte, die Straßenbaufirma saniere angeblich in Alt Brenz die Fahrbahn und man habe noch Teer übrig. Weil es sich nicht lohne, den Teer wegzubringen, könnte der Weg hier befestigt werden. Es sollte zunächst 17 Euro pro Quadratmeter kosten, später ging er auf 10 Euro runter.“

Laut der Brenzerin fuhr der Mann anschließend davon. Rund 45 Minuten später fuhr dann ein Laster mit Hänger vor, auf dem eine Walze stand, die sogleich abgeladen wurde. Daraufhin rief die nun endgültig misstrauisch gewordene Einwohnerin Bürgermeister Henry Topp an. Der berichtet: „Es handelt sich um einen Gemeindeweg. Ich ließ mir den ’Bauleiter’ an das Telefon geben, den ich fragte, woher seine Truppe komme, welche Firma es sei und was das Ganze kosten solle. Der mit holländischem Akzent sprechende Mann brach das Gespräch nach diesen Fragen ab und meinte ziemlich aggressiv: ’Dann eben nicht’“. Natürlich hatte die Truppe nichts mit dem Straßenbau in Alt Brenz zu tun.

Übrigens hatte Henry Topp wenige Wochen zuvor selbst ein ähnliches Erlebnis. „Da stand plötzlich ein weißer Kleintransporter mit polnischem Kennzeichen vor unserem Haus. Während einer der drei Männer mir vorschlug, die ’alte’ und ’kaputte’ Dachrinne unseres Hauses für zehn Euro je laufenden Meter zu reparieren, begann ein anderer schon damit, die Rinne abzubauen. Ich habe die Leute nur mit Mühe vom Hof weisen können.“

Der Polizei sind solche Maschen nicht unbekannt. Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust: „Wir können nur raten: Finger weg von solchen Angeboten! Oft stellt sich erst hinterher heraus, dass es sich um Pfuscharbeiten handelt, zudem noch ohne Garantieanspruch. Manchmal ist eine Betrugs- bzw. Täuschungsabsicht nur schwer nachzuweisen, da es sich meist um mündlich abgeschlossene Verträge handelt, die zivilrechtlich relevant sind.

 

 

 

 

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