Meine Heimat, meine Zeitung : Die Tafel der Fürsten

Britta Kley  an der Fürstentafel. Besucher erfahren hier viel über das einstige Burgleben.
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Britta Kley an der Fürstentafel. Besucher erfahren hier viel über das einstige Burgleben.

Ein Besuch auf der Burg Neustadt-Glewe lohnt sich immer

svz.de von
21. März 2016, 05:00 Uhr

Die Tür öffnet sich und der Besucher fühlt sich um einige Hundert Jahre in die Vergangenheit versetzt: Eine gedeckte Fürstentafel, daneben die Ritterrüstung, uralte Bierfässer. Wer Neustadt-Glewe besucht und nicht auf der Burg war, hat etwas verpasst. Schließlich ist die altehrwürdige Festung (1331 erstmals urkundlich erwähnt) das Wahrzeichen der Stadt. Britta Kley, in der Stadt verantwortlich für Burg, Museum und Stadtinfo: „Die Burg sollte den Grafen von Schwerin bei der Sicherung der neuen Grafschaft helfen.“

Heute beherbergt die Burg, eine der wenigen in Norddeutschland, die so gut erhalten ist, ein Museum, die Stadtinformation, einen Trauraum, eine Galerie und auch ein Restaurant. Und auch die Stadtvertretung tagt hier.

Die Ausstellung des Museums gibt einen Einblick in das frühere Leben auf einer Burg. „Der Besucher erfährt, was früher gegessen und getrunken wurde, wie man sich kleidete“, erzählt Britta Kley. Prunkstück der Ausstellung ist die schon erwähnte Fürstentafel mit symbolischen Tellern und Gefäßen.

Etwas unheimlich wird es im Verlies. Britta Kley: „Aus schriftlichen Quellen wissen wir, dass dort einst sogenannte Hexen während ihres Prozesses eingesperrt waren. Übrigens waren von den Hexenprozessen hier nicht nur Frauen, sondern auch Männer betroffen. Noch bis ins frühe 18. Jahrhundert gab es in der Region Hexenverbrennungen, allerdings nicht auf der Burg.“

Heute dient die Burg natürlich ganz anderen Zwecken. Burgfest, BurgArt und Weihnachtsmarkt laden zum Besuch ein. In der Galerie gibt es regelmäßig Ausstellungen. Eine ständige Exposition auf der Burg befasst sich mit der düstersten Zeit in der Geschichte der Stadt: dem damaligen Außenlager des KZ Ravensbrück.

Einer der nächsten Höhepunkte auf der Burg steht zum Internationalen Museumstag am 22. Mai an. Dazu hat Britta Kley eine Attraktion organisiert. „Weil das Fahrrad in diesem Jahr 199 Jahre alt wird, spielt das Rad am 22. Mai bei uns eine besondere Rolle. Wir werden dann drei Hochräder hier haben. Eines davon ist ein Original, dass etwa um 1900 als Rennrad genutzt wurde. Die beiden anderen Räder sind Nachbauten. Wer möchte, kann sich damit als Radler versuchen“, schmunzelt Britta Kley. Alle Veranstaltungen an diesem Tag sind kostenlos.

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