Ludwigslust : Die schwere Suche nach Räumen

Alles, was bei der Tafel angeboten wird, muss vorher bei den Spendern abgeholt werden.
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Alles, was bei der Tafel angeboten wird, muss vorher bei den Spendern abgeholt werden.

„Tafel“ ist dankbar für Ladenlokal in der Ludwigsluster Seminarstraße / Dennoch wird schwere Suche nach „Hüsung“ fortgesetzt

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22. Mai 2017, 21:00 Uhr

Dreimal in der Woche das gleiche Bild in der Ludwigsluster Seminarstraße. Dicht gedrängt stehen die Kunden stundenlang vor der Ausgabestelle der „Tafel“, um sich ihre Lebensmittel abzuholen. Eine unwürdige Situation, findet SVZ-Leserin Marlies Timm, die selbst zu den dankbaren Mitbürgern gehört, die die Dienste der „Tafel“ in Anspruch nehmen müssen. Hinzu komme, dass manchmal das Auto mit den Waren erst sehr spät komme. Trotzdem: „Dem Team der ,Tafel‘ ein großes Dankeschön für seine besonnene Art, Kompetenz und Ruhe, die es der Kundschaft vor, während und nach der Lebensmittelausgabe entgegenbringt“, sagt Marlies Timm.

Jeden Dienstag, Donnerstag und Freitag steht die Ludwigsluster Ausgabestelle offen. Acht Mitarbeiter kümmern sich hier darum, dass die vorher bei den Spendern eingesammelte Ware an die Kunden gebracht wird. Rund 55 Frauen und Männer sind es täglich, die hier bedient werden. „Zu uns kann jeder kommen. Wertmarken, die mal eingeführt waren, haben sich am Ende nicht bewährt“, sagt Eveline Jobczynski, die die Ausgabestelle leitet. Keiner müsse hier stundenlang stehen, unterstreicht sie, denn Brot und Wurst gäbe es immer. Sie gibt zu, dass es bei der Ausgabe schon mal zu Verzögerungen kommen könne. Es stehe nur ein Transporter zur Verfügung, der zudem auch noch aus Schwerin komme.

Die Ludwigsluster Ausgabestelle ist eine Außenstelle der Schweriner Tafel. Deren Initiator und Gründer Peter Grosch weiß um die Probleme des Standortes der Einrichtung in der Lindenstadt. „Ich bin mit Bürgermeister Reinhard Mach im Gespräch darüber“, so Grosch am SVZ-Telefon. Man sei auf der Suche nach einer neuen Unterkunft, was sich aber nicht einfach gestalte. „Auf jeden Fall ist die Situation, wie sie sich jetzt darstellt, unwürdig“, bestätigt Peter Grosch. Bürgermeister Reinhard Mach hält es für schwierig, in der Stadt eine andere Bleibe für die „Tafel“ zu finden. Wesentlich einfacher gestaltet sich dagegen die Situation in der Dömitzer Ausgabestelle. Die befindet sich in den Räumen der Katholischen Gemeinde Maria Rosenkranzkönigin. Jeden Freitag ist Ausgabe. Jeder hat eine Nummer. Es sind im Gegensatz zu Ludwigslust deutlich weniger Kunden – etwa zwölf bis 15 die Woche. „Um 12 Uhr beginnt die Ausgabe der Lebensmittel, die bereits sortiert sind“, sagt Christophorus Baumert. Der katholische Diakon im Ruhestand hat die Ausgabestelle in der Elbestadt initiiert. „Allerdings stehen die Räume schon ab 8 Uhr offen. Die Menschen können hierher und miteinander ins Gespräch kommen“, so Baumert.

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