Die Schulbank mit Werkstatt getauscht

Arbeiten und lernen: Jonas Krüger (2. v. r.) verbrachte den Tag in einer Gruppe, die Dichtungen für Autoteile montierte. Felix alex
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Arbeiten und lernen: Jonas Krüger (2. v. r.) verbrachte den Tag in einer Gruppe, die Dichtungen für Autoteile montierte. Felix alex

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19. September 2012, 07:13 Uhr

Ludwigslust | Der zweite JungsTag MV ist auch in Ludwigslust auf reges Interesse gestoßen. Während beim Girls’ Day speziell Mädchen motiviert werden sollen technische und naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen, sollen die Jungen beim JungsTag Einblicke in bislang männeruntypische Berufe und Branchen erhalten. Besonders die Bereiche Pflege, Dienstleistungen und Erziehung stehen hier im Fokus.

So meldeten sich die beiden Sechstklässler Jonas Krüger und Lukas-Timon Graaf selbstständig zum JungsTag MV, um einmal die Arbeit in den Lewitz-Werkstätten kennen zu lernen. "Das liegt direkt gegenüber unserer Schule und mich hat interessiert, was hier gemacht wird", erzählt Jonas Krüger, der zusammen mit seinem Klassenkameraden die Peter-Joseph-Lenné-Schule in Ludwigslust besucht. "Der Tag begann für uns um 8 Uhr. Nach einer kleinen Einführung und dem Frühstück arbeiten wir jetzt bis 15 Uhr in unseren Gruppen", schilderte dann Lukas-Timon Graaf. Dabei konnten sie sowohl bei der Arbeit helfen, als auch den Alltag in den einzelnen Werkstätten, in denen Menschen mit Handicap wirken, erleben. So konnten sie den Behinderten helfen, die unter anderem Dichtungen befestigten und Schrauben in Kisten sortierten. "Das ist schon sehr anstrengend", war das gemeinsame Fazit der beiden Schüler. Und auch die Bereichsleiterin der Lewitz-Werkstätten in Ludwigslust, Ilona Kammrath, war zufrieden mit ihren beiden Besuchern. "Gerade, dass sie allein hier her wollten ist schön. An diesem Tag können sie sich ein Bild machen, was die Leute leisten und wie der Kontakt untereinander ist", erklärte Kammrath. Doch musste dabei von Beginn an darauf geachtet werden, in welchen Gruppen die beiden Schüler arbeiten. "Wir wollen natürlich auch, dass sie ausschließlich gute Erfahrungen mitnehmen und eventuell trifft man sich zweimal im Leben. Vielleicht sehen wir sie als Bundesfreiwilligendienstler oder FSJler (Freiwilliges Soziales Jahr, die Red.) wieder", hofft Kammrath. Denn nur der Kontakt und das gegenseitige Aufeinanderzugehen sei ein erster Schritt Richtung Integration. Dafür sei auch so ein JungsTag gut geeignet, verdeutlicht die Bereichsleiterin.

Ganz soweit sind die vier Jungen auch noch nicht, die ihren JungsTag in der ASB-Kindertagesstätte "Waldzwerge" in Ludwigslust verbrachten. "Sie haben heute mit den Kindern gespielt und eine Einführung erhalten, was man als Erzieher können muss", schilderte Kita-Leiterin Christel Böpple. Dabei war ein amüsanter Fakt, dass die heutigen Sechst- bis Achtklässler selbst ehemalige Kinder der Kita Waldzwerge waren. "Wir kennen sie also alle vom Krippenalter an", verrät Böpple.

Den JungsTag MV kann sie, wie Ilona Kammrath, nur Positives abgewinnen. "Ich denke, dass ist eine gute Sache, denn die Jungs haben nicht so die Vorstellung, was in diesen Berufen geleistet wird. Da ist das ein erster, guter Kontakt", ist sich die Kita-Leiterin sicher.

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