zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

21. Oktober 2017 | 18:10 Uhr

Neu Kaliss : Die Neue im „Abenteuerland“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Erzieherin aus Leidenschaft: Maria Löbel arbeitet seit November in der VS-Kindertagesstätte in Neu Kaliß

svz.de von
erstellt am 17.Jan.2017 | 07:00 Uhr

Schon als junges Mädchen wollte Maria Löbel Erzieherin werden, jetzt als 29-Jährige arbeitet sie in ihrer Wunsch-Kita – seit November, um genau zu sein. Das „Abenteuerland“ der Volkssolidarität Südwestmecklenburg liegt nur 300 Meter von ihrem Haus in Neu Kaliß entfernt. Maria Löbel liebt kurze Wege, vor allem der Kinder wegen. „Zu Fuß mal eben mit der Kita-Gruppe die Feuerwehr oder die Papierfabrik besuchen, wo geht das heute noch?“, sagt sie. In Neu Kaliß. Für Maria Löbel alles andere als verschlafen.

Die denkmalgeschützte Kita-Villa „Abenteuerland“ steht eingebettet zwischen hohen Bäumen auf einer Insel direkt an der Elbe-Müritz-Wasserstraße. „Für Kinder ist das genauso toll wie für die Erzieher“, sagt die zweifache Mutter. „Wir haben hier zwei weitläufige Spielplätze zum Toben und ganz in der Nähe Enten, Gänse und Schafe.“

Wenn Maria Löbel ihren Tag gegen 8 Uhr in einer der beiden Krippengruppen beginnt, ist etwa die Hälfte der Knirpse schon da. „Es ist angenehm, gemeinsam mit den Kindern anzukommen“, sagt die junge Frau. Zu dieser Zeit sind die Erzieher meist noch zu zweit, decken Tische für das in der Kita zubereitete Frühstück ein und helfen den Jüngsten beim Essen. „Vor allem die Krabbelkinder brauchen unsere Hilfe“, so Maria Löbel. Während die Erzieher mit den Kindern dann im Waschraum verschwinden, decken Praktikantinnen oder in der Kita jobbende Lehramtsstudenten meist die Tische ab, räumen auf und machen sauber.

Ohne solche helfenden Hände geht es im Kita-Alltag kaum noch. Eine Krippenerzieherin in Mecklenburg-Vorpommern ist in der Regel für sechs Kinder gleichzeitig zuständig. Zum Vergleich: In Bremen und Baden-Württemberg liegt der Betreuungsschlüssel der Bertelsmann-Stiftung zufolge bei etwa eins zu drei. Dazu kommt: Die Kinder werden laut Maria Löbel immer jünger, feiern ihren ersten Geburtstag oft schon in der Krippe. Dazu haben viele unter Dreijährige einen Zehnstunden-Betreuungsplatz in Neu Kaliß. Die meisten Erzieherinnen wie Maria Löbel arbeiten allerdings nur sieben Stunden am Tag. „Das schwierigste ist es also, die Schichten der Erzieher richtig einzuteilen“, sagt sie. „In einigen Kitas wurden wir in der Mittagsschlafzeit einfach nach Hause geschickt, dementsprechend lang wurde der Tag dann auch für unsere Kinder. Heute ist das zum Glück anders. Überstunden sind aber trotzdem normal, wir arbeiten ja schließlich mit Kindern und gehen nicht einfach los, wenn eines gerade weint.“

Die einjährige Tochter von Maria Löbel hat ebenfalls einen Platz im „Abenteuerland“, wird aber in einer anderen Gruppe betreut. „Ich wäre mit ihr sonst vermutlich strenger als mit anderen Kindern“, meint die Mutter.

So kann sich Maria Löbel voll und ganz auf ihre Schützlinge konzentrieren, deren Haupttätigkeit darin besteht, zu spielen. „Singen, Fingerspiele, Seifenblasen, Luftballons, Lieder hören – aber am liebsten mögen sie die Instrumententasche“, erzählt die Erzieherin. „Sie freuen sich, wenn sie aus Klanghölzern, Rasseln und Triangeln irgendwelche Töne bekommen, auch wenn sie mit den Instrumenten nur auf den Boden schlagen.“ Und natürlich gehen alle am liebsten raus. „Und wenn es nur 30 Minuten sind, gerade im Winter wird den Krabbelkindern schnell an Händen und Knien kalt“, so die Neu Kalisserin.

Ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin hat Maria Löbel 2012 in Schwerin abgeschlossen und danach ein paar Jahre in einer Kita im Nachbardorf gearbeitet. „Damals waren Erzieher noch nicht so gefragt. Natürlich will nicht jeder aufs Land, aber das ,Abenteuerland’ ist ein echtes Kinderparadies – und sucht Erzieher“, so die Pädagogin abschließend.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen