grabow : Die Motivation ist super, aber…

Weitläufiges Gelände stellt besondere Anforderungen an die Kameraden. Fotos: feuerwehr
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Weitläufiges Gelände stellt besondere Anforderungen an die Kameraden. Fotos: feuerwehr

Feuerwehren des Amtes Grabow rückten zur jährlichen Herbstübung aus / Teilweise Mängel bei der Ausstattung der Fahrzeuge

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08. November 2017, 21:00 Uhr

Große Feuerwehrübung im Amt Grabow: Zuerst ertönten am Abend in Eldena, Karstädt, Gorlosen, Boek, Krinitz und Dadow die Sirenen. Gegen neun Uhr am folgenden Tag unterbrachen die Sirenen in Grabow, Wanzlitz, Zierzow, Prislich, Kremmin, Muchow, Steesow, Milow, Möllenbeck, Balow, Brunow, Dambeck, Klueß und Werle die Ruhe.

Die Feuerwehren des Amtes Grabow rückten somit an den beiden Tagen zur jährlichen Herbstübung aus. Besonderes Augenmerk legte die Amtswehrführung auf Führungsprozess und -strukturen. So ist zwar das feuerwehrtechnische praktische Knowhow für jeden Einzelnen wichtig, es braucht jedoch gut geschulte Führungskräfte, welche im Ernstfall die Lage einschätzen, die Einsatzkräfte koordinieren und den Gesamtüberblick behalten.

Die Kameraden aus Eldena und den umliegenden Orten wurden zur Trockenwerk GmbH gerufen. Laut Übungsszenario war es dort zu einem Feuer bzw. einer Rauchentwicklung gekommen. Ein Mitarbeiter konnte sich auf eine obere Plattform der Silos retten, ein weiterer galt als vermisst. Hierbei ist es stets wichtig, schnell vorzugehen um Personen aus gefährdeten Bereichen in Sicherheit zu bringen und so gesundheitliche oder lebensbedrohliche Schäden möglichst gering zu halten. Eine zusätzliche Herausforderung dieser Übungslage waren große und hohe Gebäude, ein weitläufiges Betriebsgelände sowie hohe Brandlast und Explosionsgefahr durch Stäube. Entsprechend wichtig war es, neben der Menschenrettung schnell eine von Fahrzeugen unabhängige Wasserversorgung aufzubauen. Gut eine halbe Stunde nach Alarmierung war die Übungslage größtenteils abgearbeitet. An allen Strahlrohren lag Wasser an, die vermisste Person war gerettet und zwei Eldenaer Kameraden näherten sich der Person auf der Plattform. Doch da ertönte die Sirene in Eldena zum zweiten Mal an diesem Abend. Jetzt handelte es sich jedoch um einen realen Einsatz. So galt es, schnell das wichtigste Material auf die Fahrzeuge zu laden und abzurücken. Mit den verbliebenen Kräften aus Karstädt, Dadow, Boek und Gorlosen wertete die Amtswehrführung kurz den Übungsverlauf aus. Am nächsten Tag wurden die Einsatzkräfte zur Luoman Deutschland GmbH im Grabower Gewerbegebiet gerufen. Auch hier wurden zwei Personen vermisst und es galt einen Brand zu bekämpfen. Die Alarmierung erfolgte, nachdem ein Brandmelder auf dem Firmengelände ertönte. Die ersten eintreffenden Kameraden aus Grabow begannen ebenfalls sofort mit dem Aufbau einer Wasserversorgung und gleichzeitig mit der Rettung. Die vermissten Personen konnten schnell gefunden und zur Verletztensammelstelle gebracht werden, wo sie weiter betreut und versorgt wurden.

Anders als am Freitagabend, galt es nun als Einsatzleitung erheblich mehr Kameraden zu koordinieren und einzusetzen. Zu diesem Zweck wurde eigens eine provisorische Einsatzleitstelle eingerichtet. Dabei ist erneut aufgefallen, dass die aktuellen Fahrzeuge des Amtes für diesen Zweck nicht ausreichend ausgestattet sind. So musste die Einsatzleitung auf dem Fußraum eines Mannschaftstransportfahrzeuges mit mehreren Karten und Einsatzplänen arbeiten, was eine optimale Arbeit und den Führungsprozess unnötig erschwert. Die Kräfte der Wehren des Amtes wurden auf vier Einsatzabschnitte aufgeteilt. Mit insgesamt 80 Kameraden aus 13 Wehren, Brunow konnte nicht erscheinen, wurde auch diese Einsatzübung gut abgearbeitet.

Der zweite stellvertretende Amtswehrführer Hannes Heerer erklärte zufrieden, dass das vorrangige Ziel – das gemeinsame Üben überörtlicher Führungsprozesse und Führungsstrukturen – gelungen ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es nicht an der Motivation der Kameraden aus allen Feuerwehren mangelt. Anders sieht es hingegen bei der Ausstattung und persönlichen Schutzausrüstung in einigen Wehren aus.

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