Großes Interesse an Film "Die Frauen Gottes" in Ludwigslust : Die letzten Diakonissen Mecklenburgs

Dieter Schumann
Dieter Schumann

Der Andrang war so groß, dass die Plätze nicht ausreichten. Und so gab es nach der ersten Vorstellung des Filmes "Die Frauen Gottes" im Luna-Filmtheater zwei Stunden später noch eine zusätzliche Vorführung.

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27. Mai 2013, 10:09 Uhr

Ludwigslust | Der Andrang war so groß, dass die Plätze nicht ausreichten. Und so gab es nach der ersten Vorstellung des Filmes "Die Frauen Gottes" im Luna-Filmtheater zwei Stunden später noch eine zusätzliche Vorführung. Regisseur Dieter Schuman stellt in dem Streifen die letzten Diakonissen Mecklenburgs vor.

Vor allem ältere Besucher waren ins Kino gekommen. Laut Christian Quis, dem Kino-Betreiber, waren viele von ihnen wohl seit Jahren zum ersten Mal wieder in ihrem Filmtheater. Sicherlich auch deshalb, weil sehr viele Menschen aus Ludwigslust und Umgebung ganz persönliche Erinnerungen an die Schwestern haben. Tausende sind als Patienten im Stift von den Diakonissen betreut worden. Besonders diejenigen, die als Kinder dort im Krankenhaus waren, haben starke Erinnerungen.

"In der über einstündigen Diskussion, an der auch sechs der letzten, heute im Ruhestand befindlichen Diakonissen teilnahmen, wurde daran erinnert, welchen Anteil die seelische und emotionale Betreuung durch die Schwestern am Gesundungsprozeß hatte", sagt Dieter Schumann. Viele hätten sich an das abendliche Singen der Diakonissen erinnert, zu dem die Türen der Krankenzimmer hin zum Gang geöffnet wurden und so die großen und kleinen Patienten in den Schlaf begleitet wurden.

"Die Diskussionsteilnehmer erinnerten immer wieder an den besonderen Geist des Krankenhauses im Stift, der auch in all den Jahrzehnten der DDR bewahrt werden konnte und so den besonderen Ruf des Hauses ausmachte", berichtet Schumann. In der Diskussion, an der auch Stifts probst Stobbe teilnahm, ging es dann vor allem auch darum, inwiefern heute unter den Bedingungen eines marktwirtschaftlich geführten GmbH-Betriebes noch genügend Zeit und Aufmerksamkeit da ist, um die individuelle Betreuung der Kranken zu gewährleisten.

Probst Stobbe klagte über den enormen Kostendruck, der auf dem Krankenhaus lastet und der zu wenig Zeit für die seelische Betreuung der Patienten lässt. Probst Stobbe und alle Anwesenden im Saal waren sich darüber einig, dass es eine eklatante Fehlentwicklung ist, aus der Betreuung von Kranken in heutiger Zeit ein geldgesteuertes Geschäftsmodell zu machen. Zur Zeit der Diakonissen sei es um den einzelnen Kranken und sein persönliches Schicksal gegangen.

Heute dagegen gehe es um katalogisierte Fallpauschalen, die nur stereotyp bei der Krankenkasse abgerechnet werden können. Für das Gebet und den Beistand der Schwestern am Bett der Patienten wie einst, gibt es keinen Kostenfaktor im Leistungskatalog der Krankenkassen.

So war dann auch am Ende des Abends die Frage offen geblieben, wie weit die geistige Tradition und das Wirken der Diakonissen noch in die künftige Entwicklung des Stiftes und seines Krankenhauses einwirken wird.

Der Film läuft noch bis Mittwoch, dem 29. Mai, (außer am Montag) im Luna-Filmtheater in Ludwigslust jeweils um 16 Uhr. Vorbestellungen und Sonderveranstaltungen können bei Bedarf unter 03874 - 57 02 90 im Kino angemeldet werden.

Zu empfehlen ist der Film auch für Schulklassen und den Sozialkundeunterricht.

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