Ludwigslust : „Die Knie wurden immer weicher“

Nach der Verleihung: Laudatorin Alexa Maria Surholt (Sachsenklinik) mit Wolfgang Krause, Stefan Geier und Kreiswehrführer Uwe Pulss (v.l.)
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Nach der Verleihung: Laudatorin Alexa Maria Surholt (Sachsenklinik) mit Wolfgang Krause, Stefan Geier und Kreiswehrführer Uwe Pulss (v.l.)

Kreisfeuerwehrverband wurde auf großer Gala in Leipzig mit der „Goldenen Henne“ ausgezeichnet

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22. September 2019, 20:00 Uhr

„Es ist Wahnsinn: Du stehst da auf der Bühne, die Zuschauer applaudieren ohne Ende und die Knie werden immer weicher. Ich hatte schon kurzzeitig Schnappatmung.“ So beschreibt Kreiswehrführer Uwe Pulss den Moment, als er am Freitagabend in Leipzig die „Goldene Henne“ entgegennahm.

Auch am gestrigen Sonntagmittag ist dem Wehrführer des Kreisfeuerwehrverbands Ludwigslust-Parchim noch anzumerken, wie ihn die Preisverleihung bewegt. Uwe Pulss war gemeinsam mit seinen Stellvertretern Wolfgang Krause und Stefan Geier nach Leipzig gereist. „Die Ehrung mit der ,Henne’ haben wir stellvertretend für alle Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren entgegengenommen. Sie alle haben diese Auszeichnung verdient“, betonte Uwe Pulss gestern gegenüber unserer Zeitung.

Die „Goldene Henne“ ist der 1991 gestorbenen DDR-Entertainerin Helga „Henne“ Hahnemann gewidmet. Der Publikumspreis wird jährlich vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und der Zeitschrift „Super-Illu“ verliehen. Die Gala auf der Leipziger Messe verfolgten nach Angaben der Veranstalter 4500 Gäste. Kai Pflaume moderierte die Live-Show.

„Schön war, dass auch unsere Frauen zu der Veranstaltung eingeladen waren“, sagt Uwe Pulss. „Ihnen, wie auch allen anderen Angehörigen unserer Kameradinnen und Kameraden gebührt großer Dank. Denn während wir im Einsatz sind, bleiben sie alleine zu Hause.“

Mit der „Goldenen Henne“ in der Kategorie Charity, die mit einem Scheck über 25 000 Euro verbunden ist, wird der Einsatz der „Helden von Lübtheen“ gewürdigt. Die Frauen und Männer der Feuerwehren hatten im Juli den Waldbrand auf dem Truppenübungsplatz bei Lübtheen bekämpft. Insgesamt 3000 Einsatzkräfte kämpften damals gegen den größten Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Erschwerend kam in jenen Tagen dazu, dass das riesige Areal durch alte Munition extrem belastet war.

Mit zur Preisverleihung in Leipzig war am Freitagabend auch Landrat Stefan Sternberg mit fast seinem gesamten Fachdienst. „Ich habe die Verleihung von den Zuschauerplätzen verfolgt und war furchtbar angespannt“, sagte der Landrat am Sonntag gegenüber SVZ. „Mir ging ganz viel aus jenen Julitagen durch den Kopf, wie die Situation damals war. Alle haben einfach nur ihren Job gemacht. Wir können nur stolz sein.“

„Für uns drei war Freitagabend auch eine Riesenerfahrung“, so Kreiswehrführer Uwe Pulss und bezieht seine beiden Stellvertreter mit ein. „Dann stürzen plötzlich Stars auf uns zu und wollen fotografieren, Selfies machen. Das waren wir nun überhaupt nicht gewohnt.“

Mit der Auszeichnung verbindet Uwe Pulss aber auch Hoffnung: „Wir brauchen unbedingt Soforthilfe hinsichtlich unserer Technik. Denn die nächsten Sommer kommen auf jeden Fall. Mir blutet zum Beispiel das Herz, wenn die Feuerwehr Alt Jabel mit einem alten Ello zu Einsätzen ausrückt.“

Einer, der am Freitagabend die Verleihung der „Goldenen Henne“ am Fernseher verfolgte, war der Prislicher Bürgermeister Günter Klink. „Ich war so gerührt, als ich sah, wie unsere Kreiswehrführung die Ehrung entgegengenommen hat, dass mir die Tränen kamen“, gestand Günter Klink am Sonnabend auf dem Erntedankfest der Gemeinde. Auch die Feuerwehren aus Prislich und dem Ortsteil Werle waren im Sommer auf dem Truppenübungsplatz im Einsatz.

Die „Goldene Henne“ übrigens soll künftig ihren Platz im Gebäude des Landratsamtes in Parchim erhalten.

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