grabow : Die Jagd im Wandel der Zeiten

Ausgewählte Exponate von Prof. Gottlieb Polzer finden in Ausstellungsräumen des sanierten Schützenhauses einen dauerhaften Platz

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26. August 2015, 07:00 Uhr

Hier ist ein Büffelkopf zu sehen, dort das Präparat einer Antilope mit kunstvoll gestaltetem Gehörn, an anderer Stelle richtet sich ein Bär an einem Baum auf und ein Wolf fletscht seine Zähne – Ausstellungsstücke von Tieren, die aus Russland, aus Kasachstan und der Mongolei stammen. Jürgen Behrends und Dirk Prieß sind dabei, in den neuen Räumen des Verwaltungsarchivs am Hafen in Grabow die Exponate zu sichten und für den Transport ins Schützenhaus vorzubereiten, der heute erfolgen soll. Diese und weitere Exponate, so z.B. Singvögel, Wild in Lebensgröße, Felle sowie historische Waffen aus Europa, aus Deutschland und der Griesen Gegend sind Bestandteil einer Jagdausstellung, die mit der Eröffnung des Schützenhauses in drei Räumen untergebracht sein wird. Die Trophäen sind Anschauungsmaterial für die Artenvielfalt, die den Menschen umgibt und für die er auch eine Verantwortung trägt – in der Gegenwart und für nachfolgende Generationen.

Die beiden passionierten Jäger, die gemeinsam mit ihren Mitstreitern Dirk Dobbertin und Joachim Kolmer seit gut eineinhalb Jahren diese Ausstellung vorbereiten, befinden sich auf der Zielgeraden. „Im März 2014 haben wir das Projekt aus der Taufe gehoben, und jetzt freuen wir uns auf die Eröffnung am 5. September um 10 Uhr. Seit gut zwei Wochen sind wir damit beschäftigt, detalliert aus der großen Auswahl mit rund 600 Ausstellungsstücken auszuwählen. In zwölf Vitrinen mit LED-Beleuchtung und auf Roll ups werden die Exponate gezeigt, für die Besucher gibt es iPods und Kopfhörer. Die Exposition läuft als Audio-Guide, also sehen und hören“, lässt sich Jürgen Behrends vernehmen. „Bei der Ausstellungseröffnung wird Prof. Gottlieb Polzer mit dabei sein“, sagt Dirk Prieß, der noch viel Kleinarbeit vor sich sieht, ehe die Gäste des Schützenhauses die Ausstellung erleben können. „Wir wollen dem Betrachter, jedem Bürger nahebringen, dass Jagd nicht nur heißt, Tiere zu töten. Es geht um die Pflege der Umwelt und der Natur, um die Hege und Pflege des Wildes, das soll sich als nachhaltiger Prozess darstellen“, ergänzt Dirk Prieß.

Die Jagdexposition mit Dauerleihgaben der Familie Polzer, des Forstamtes Jasnitz und von der Bundesforst in Lübtheen ist eine geführte Ausstellung. „Besucher müssen sich dafür anmelden“, so Bürgermeister Stefan Sternberg. Am Sonnabend, 5. September, ist die Ausstellung von 11 bis 12 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. „Das Ganze wäre nicht möglich ohne finanzielle Unterstützung durch Landesjagdverband und die Kreisjägerschaft. In dieses Projekt flossen Mittel der Jagdabgabe, das hatte der oberste Jagdbeirat des Landes Mecklenburg-Vorpommern so beschlossen“, erklärt Jürgen Behrends. „Und auch durch die Unterstützung der Stiftung Wald und Wild kam letztlich eine Summe von 70  000 Euro für dieses Projekt zusammen“, fügte Dirk Prieß hinzu. Diese Ausstellung, die dauerhaft im Schützenhaus installiert bleiben soll, ist aus Sicht von Stefan Sternberg vom pädagogischen Ansatz her eine gute Sache, gemeinsam mit Jagd und Forst etwas Bleibendes in der Region zu schaffen – und so den Bekanntheitsgrad Grabows weiter zu erhöhen.

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