Die Gabelstapler-Manufaktur

Die Schweißarbeiten müssen  mit höchster Präzision ausgeführt werden.  Fotos: Sven Moritz
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Die Schweißarbeiten müssen mit höchster Präzision ausgeführt werden. Fotos: Sven Moritz

Jessenitzer Impreglon Engineering GmbH ist auf Einzelanfertigungen von Schweißbaugruppen spezialisiert

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20. März 2015, 17:40 Uhr

Was das Tuning-Geschäft für das normale Auto, ist die Impreglon Engineering GmbH in Jessenitz für den Gabelstapler. Praktisch jeder der hier gefertigten sogenannten Flurförderfahrzeuge für den Warenumschlag ist ein Unikat: Wenn das Hallentor niedriger als üblich ausfällt, das Lagerregal sehr hoch ist oder Güter in speziellen Abmaßen bewegt werden müssen, die Firma ist die erste Adresse für maßgeschneiderte Hubgerüste und Masten für Gabelstapler abseits der Norm.

„Angefangen haben wir beispielsweise mit vier Sondervarianten für die Masten der Stapler zur Lastenaufnahme“, erinnert Geschäftsführer Rainer B. Studtmann sich. „Heute gibt es davon rund 500. Ein Ende ist nicht abzusehen.“

Hergestellt werden die Komponenten nach den individuellen Vorgaben des Kunden, der zu den größten der Branche für derartige Transportfahrzeuge gehört. Die firmeneigene Konstruktionsabteilung entwirft dann das passende Modell.


Mehr als 20 Jahre Produktionserfahrung


In Jessenitz werden seit über 20 Jahren Baugruppen aus Stahl, Edelstahl und Aluminium im Kundenauftrag für die industrielle Produktion konstruiert und gefertigt. Die Spezialisierung ist der Grund dafür, dass Bauteile nicht in Größenordnungen die Werkhallen verlassen. „Wir sind auf Sonderanfertigungen und Einzelstücke festgelegt“, sagt Studtmann. Kleinserien sind eher die Ausnahme. Das Unternehmen ist Lohnproduzent für etwa zehn große Kunden deutschlandweit.

Neben den Sonderanfertigungen für Flurförderfahrzeuge zählen zum Portfolio Edelstahl- und Stahl-Schweißbaugruppen für Industriewaagen, Stahl- und Blechbauteile für den Maschinen- und Apparatebau, Dreh- und Frästeile sowie der Laserzuschnitt. Der Schwerpunkt in der Edelstahlfertigung liegt in der Herstellung montagefertiger Bauteile für die Lebensmittel- und Medizinbranche. Ein Laserschweißroboter erzeugt kaum sichtbare Schweißnähte, besonders geeignet für die Herstellung dünnwandiger Gehäuse. Eine Pulverbeschichtungsanlage sorgt für die Oberflächenveredlung in der gewünschten Optik, die Nachbehandlung in einer Glasperlstrahlanlage für einheitliches Aussehen der Edelstahlteile. Beispiele der hoch spezialisierten Fertigung sind präzise Aluminium-Konstruktionen für die Firma Dräger, die dann in Operationssälen eingesetzt werden können, Gehäuse für Operationslampen oder Komponenten für Tablettenmaschinen.

Eine neue Eigenentwicklung ist ein Schlosssystem aus einem Edelstahlgehäuse mit integriertem GPS-Modul und einer Bolzenvorrichtung, um Überseecontainer einbruchssicher zu machen. Beteiligt war die Firma auch an der Entwicklung des weltweit größten Schubmaststaplers mit Elektroantrieb, dessen Prototyp in Schweden im Einsatz ist. Auf dem Jessenitzer Gelände wird derzeit ein zweiter Mast auf Haltbarkeit unter Maximallast getestet.


Betriebsklima zählt als Standortvorteil


Die Mitarbeiterzahl liegt laut Betriebsleiter Christoff Schuster bei 140. Hinzu kommen 65 Arbeitskräfte in der Betriebsstätte im polnischen Walcz. Die Firma in Jessenitz ist damit nicht nur einer der großen Arbeitgeber in der Region, sondern auch eines der größten Unternehmen im weltweiten Impreglon-Firmenverbund.

Fachkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt so gut wie nicht zu bekommen.Daher legt die Firmenleitung großen Wert auf das Betriebsklima. „Obwohl wir nicht die höchsten Löhne zahlen, gibt es so gut wie keine Fluktuation“, betont Geschäftsführer Studtmann. „Wir brauchen das Know-how der Mitarbeiter und wollen, dass sie ihr Rentenalter bei uns erreichen. Wir sorgen daher dafür, dass sie sich als wertvolles Mitglied dieses Unternehmens fühlen.“ So könnten die Mitarbeiter Wünsche äußern, wo sie eingesetzt werden möchten. Private Angelegenheiten würden möglichst bei den Schichtplanungen berücksichtigt, berichtet Betriebsleiter Schuster. Er geht jeden Morgen durch die Hallen, um die Kollegen zu begrüßen.

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