Luftaufsicht in Neustadt-Glewe : Die Flugzeuge und das Wetter im Blick

Stefan Kotsch ist meist im Tower des Flugplatzes Neustadt-Glewe anzutreffen.
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Stefan Kotsch ist meist im Tower des Flugplatzes Neustadt-Glewe anzutreffen.

Stefan Kotsch hat als Flugleiter die Luftaufsicht in Neustadt-Glewe. Gerät empfängt GPS-Signale von Springern und Maschinen, um Kollisionen zu verhindern

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01. September 2017, 12:00 Uhr

Wenn man sich mit Stefan Kotsch unterhält, muss man ständig damit rechnen, von einer rauschenden Stimme aus dem Funkgerät unterbrochen zu werden. Kotsch ist im Fluginformationsdienst am Flugplatz Neustadt-Glewe tätig und als Flugleiter außerdem für die Luftaufsicht verantwortlich. Und damit ist er nicht nur bei der derzeit laufenden Deutschen Meisterschaft im Fallschirmspringen in Vollzeit beschäftigt.

Seit 2002 hat Stefan Kotsch den Job am Flugplatz, bei dem er die meiste Zeit in einem verglasten Tower sitzt. „Den Tower haben wir gerade erst neu gebaut“, erzählt er stolz. Und er ist nicht nur neu, sondern auch mit jeder Menge moderner Technik ausgestattet. „Zum einen haben wir hier ein Gerät, das das Wetter anzeigt. Das ist sehr wichtig, besonders die Windgeschwindigkeit muss ständig überprüft werden“, erklärt Kotsch. „Die Informationen gebe ich an die Piloten weiter, mit denen ich durch das Funkgerät ständig in Kontakt stehe.“ Er gebe ihnen aber keine Anweisungen. „Das nennt man einen unkontrollierten Flugplatz – die Piloten dürfen selbst entscheiden, was sie tun. Ich schreite nur im Notfall ein, wenn Gefahr droht.“

Gefährlich könnte es zum Beispiel werden, wenn zwei Flugzeuge zu kollidieren drohen. Stefan Kotsch kann das erkennen, denn er nutzt das Kollisionswarngerät FLARM, ein Gerät, das von allen Flugzeugen und Fallschirmspringern ein GPS-Signal erhält. Damit kann er sich ein räumliches Bild machen und herausfinden, ob zum Beispiel die Gefahr besteht, dass ein Flugzeug und ein Fallschirmspringer zusammenstoßen.

Doch das ist noch nicht alles. Als Geschäftsleiter ist er auch für die Buchhaltung verantwortlich. Und wenn er nicht gerade mit einem Piloten spricht, stimmt er sich unter der Woche auch noch mit den Verantwortlichen vom Flugplatz Parchim ab. Zudem schreibt er alle Flüge auf – wie vom Gesetzgeber gefordert.

Während der Zeit der Meisterschaft hat er jedoch vergleichsweise wenig zu tun. Denn dann sind nur Motorflieger unterwegs, und die sonst ebenfalls noch anwesenden Segel- und Drachenflieger bleiben aus, genau wie die Flugschulen. „Also, es ist entspannt im Moment“, meint Stefan Kotsch.

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