Feuerwehr Kummer : Die Feuerwehrleute von morgen

Mitglieder der ersten Stunde der Jugendfeuerwehr Kummer (links im Bild) mit den derzeit aktiven Kindern, Jugendlichen und Betreuern.
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Mitglieder der ersten Stunde der Jugendfeuerwehr Kummer (links im Bild) mit den derzeit aktiven Kindern, Jugendlichen und Betreuern.

Jugendwehr Kummer feiert 20-jähriges Bestehen / Ein kleines Mädchen hatte einst für die Gründung der Nachwuchstruppe gesorgt

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25. Februar 2018, 18:30 Uhr

Diesmal konnte Wehrführer Stefan Geier nichts dafür. Mit der Gründung der Jugendfeuerwehr Kummer vor 20 Jahren gab er nur dem hartnäckigen Drängen „eines kleinen blonden Mädchens mit Zahnlücke“ nach. Bei der Jubiläumsfeier am Sonnabend durfte das Mädchen von damals – Anna Kastens, geb. Höppner – natürlich nicht fehlen. Aber auch Eltern, Feuerwehrkameraden, Ludwigsluster Stadtvertreter und Ortsteilvorsteher Udo Jauert waren gekommen.

„Als der Amtsausscheid 1995 in Kummer stattfand, begann meine Leidenschaft für die Feuerwehr“, erinnerte sich die heute 30-Jährige in ihrer Festrede. „Von da an hatte der Wehrführer keine ruhige Minute mehr und musste sich ständig anhören, wie toll es doch wäre, wenn wir eine Jugendfeuerwehr hätten.“ Drei Jahre lang musste sich Anna, die heute in Lübeck lebt und mit der dortigen Feuerwehr ausrückt, noch gedulden. Doch im Juni 1998 war es soweit – die Mitglieder der neuen Jugendfeuerwehr trafen sich zum ersten Mal. Training, Zeltlager, Umweltaktionen und Wettkämpfe mit vielen Erfolgen bis hin zu Kreis- und Landesmeistertitel schweißten in den Folgejahren zusammen. „Eigentlich waren wir eine Bande, wir waren füreinander da“, sagte Alexander Rau in einer Videobotschaft über seine Zeit als einer der Trainer in den Anfangsjahren.

Seit 1998 zählte die Jugendfeuerwehr Kummer insgesamt 68 Mitglieder. 13 davon wurden später in den aktiven Dienst übernommen. „Das klingt nicht so viel“, sagte Wehrführer Stefan Geier. „Aber ob wir ohne die Jugendfeuerwehr in den vergangenen Jahren auch 13 neue Mitglieder hätten gewinnen können, weiß ich nicht.“ Dem pflichtete Bürgermeister Reinhard Mach bei. „Die Floriangruppen und Jugendfeuerwehren werden die Zukunft unserer Feuerwehren sein“, sagte er mit Blick auf die Einsatzbereitschaft der Wehren. Dass in der Jugendfeuerwehr Kummer mit Floriangruppe heute 30 Mädchen und Jungen aktiv sind, zeige, dass das ganze Dorf dahinterstehe.

So groß war die Nachwuchsabteilung im Ludwigsluster Ortsteil aber nicht immer. Im Jahr 2006 war – wie in vielen Feuerwehren – der Tiefpunkt erreicht. „Es gab nur noch ein Mitglied“, so Anna Kastens. Doch mit der Gründung der Floriangruppe für Sechs- bis Zehnjährige im darauffolgenden Jahr gelang die Wende. Die ersten beiden Mitglieder der Kinderfeuerwehr von damals wurden vor zwei Jahren in den aktiven Dienst übernommen – nach elf Jahren ohne eine solche Übernahme.

Zu den Kummeraner Jugendfeuerwehrmitgliedern der ersten Stunde gehörte auch Nancy Ressel. Heute ist sie erste Stellvertreterin von Jugendwart Kai Schumacher, der ab 2001 in der Jugendwehr aktiv war, 2012 deren Leitung übernahm. „Irgendwann stand Siegmar Westphal, der erste Jugendwart, bei uns im Werkunterricht und fragte, ob wir mitmachen wollen“, erinnert sich Nancy Ressel. Sie wollte. „Weil ich mit den anderen Kindern im Dorf etwas zusammen machen wollte“, erzählte die 30-Jährige, die als Controllerin im Krankenhaus arbeitet. „Der Zusammenhalt war super. Wenn wir etwas angestellt haben, haben wir auch gemeinschaftlich dafür geradegestanden.“ Vielleicht seien es auch diese schönen Erinnerungen, die sie bewogen haben, die Jugendfeuerwehr mit zu betreuen. „Aber ich möchte auch das weiterführen, was Stefan, Siegmar, Alex und die anderen angefangen haben.“ Und da steht die Truppe in diesem Jahr wieder vor einer großen Herausforderung. Im Sommer startet sie in Husum bei der deutschen Meisterschaft.

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