Ludwigslust : „Die Ferienzeit sinnvoll nutzen“

Die Schülerinnen Renée (vorne), Hanna, Laura und Natalie (v.r.n.l.) teilen sich während der Schulung ein Zimmer. Fotos: Schulze
1 von 2
Die Schülerinnen Renée (vorne), Hanna, Laura und Natalie (v.r.n.l.) teilen sich während der Schulung ein Zimmer. Fotos: Schulze

17 Teilnehmer absolvieren Juleica-Schulung im Zebef Ludwigslust, um zukünftig Jugendgruppen leiten zu können.

svz.de von
06. Februar 2018, 05:00 Uhr

Natalie ist 16 Jahre alt und verbringt die ersten Tage der Winterferien in diesem Jahr im Zebef Ludwigslust. Hier will die Schülerin lernen, wie man eine Jugendgruppe leitet, was man mit den Mädchen und Jungen unternehmen kann und welche Besonderheiten bei der Jugendarbeit zu beachten sind. Gemeinsam mit 16 weiteren Teilnehmern absolviert Natalie die Juleica-Schulung, also die theoretische Grundausbildung, um die Jugendleitercard zu erhalten. Neben Theorie, viel Planung und einem Erste-Hilfe-Kurs kam aber auch der Spaß in der Gruppe nicht zu kurz.

Nach dem Wochenende ist es still in der großen Gruppe. Auf dem Plan steht „Rechtsgrundlagen“ ab 9 Uhr im Saal des Mehrgenerationenhauses. Insgesamt müssen die Teilnehmer mindestens 35 Unterrichtsstunden nachweisen können. Referent ist an diesem Morgen Friedhelm Heibrock, Geschäftsführer der Schweriner Geschäftsstelle des Landesjugendrings M-V e.V.. „Erstmal gibt es die Theorie und dann besprechen wir einige Fälle in kleinen Gruppen“, erklärt Heibrock. In seinem Vortrag geht es vor allem um die Fragen, ab wann Kinder und Jugendliche geschäftsfähig sowie strafmündig sind und wer bei Ausflügen mit Jugendgruppen die Haftung übernimmt. Besonders die Frage der Haftung interessiert die Teilnehmer, denn wenn man mit Jugendlichen unterwegs ist, möchte man schließlich kein Risiko eingehen. Diese Angst konnte Friedhelm Heibrock allen Teilnehmern direkt nehmen, denn die Haftung übernimmt in den meisten Fällen der Träger, also zum Beispiel das Zebef oder die Freiwillige Feuerwehr.

Bereits am Freitag hatte die Schulung im Zebef begonnen. Die 14 Mädchen und Frauen sowie drei Jungs übernachten in der Gästeetage und kümmern sich selbstständig um Verpflegung und Ordnung in ihrer Unterkunft. „Die Teilnehmer sind selbst in einer Gruppe und müssen sich in dieser organisieren. Das heißt sie erleben das, was sie später einmal mit den Jugendlichen machen“, erklärt Rita Güldenpenning, Referentin und Betreuerin während der Schulung. Gemeinsam mit Anabell Stein, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr im Zebef absolviert, begleitet sie die Gruppe während der sechs Tage.

Auch Justin und Matthias wollen zukünftig Jugendgruppen leiten können. „Wir würden gerne Ferienlager betreuen. So verbringt man seine Zeit wenigstens sinnvoll und außerdem sind wir auch gerne mit anderen Kindern und Jugendlichen zusammen“, erklärt Justin. Der 16-Jährige möchte einmal Lehrer werden und sieht die Juleica als guten Grundstein.

Neben den Rechtsgrundlagen standen außerdem Methoden der Jugendarbeit, die Themen Sucht und Drogen, das Entwickeln von Konzepten und das Durchführen von Freizeitangeboten auf dem Ausbildungsplan. „Nach der Theorie folgt dann im Sommer die Praxis. Dort müssen die Teilnehmer ein mindestens 10-tägiges Praktikum absolvieren, also zum Beispiel Betreuer während eines Ferienlagers sein“, erklärt Rita Güldenpenning.

Auch Natalie, die aus Neu Kaliß stammt, möchte im Sommer an einem Ferienlager teilnehmen und Zeit mit Jugendlichen verbringen. „Und darauf bereitet uns die Schulung sehr gut vor. Bisher haben mir alle Ausbildungsteile gut gefallen, aber am meisten machen die praktischen Teile und Rollenspiele Spaß.“ Mit vier anderen Mädchen teilt Natalie sich hier ein Zimmer, gemeinsam übernehmen sie auch den Tisch- und Einkaufsdienst. „Wir verstehen uns super, und das ist natürlich auch ein toller Nebeneffekt“, so Natalie.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen