Eldena : Die erste Runde auf dem Boot

Begrüßungsrunde zum Start in die Saison: Monika und Jürgen Schaumann, Susanne und Wilfried Röhl und Guido Baumgärtner.
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Begrüßungsrunde zum Start in die Saison: Monika und Jürgen Schaumann, Susanne und Wilfried Röhl und Guido Baumgärtner.

Saisonstart im Hafen Eldena. Ein Steegener Paar hat schon seit 16 Jahren den Liegeplatz für sein Boot „Orion“ bei Eckhard und Bärbel Witte.

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29. März 2016, 07:00 Uhr

Vorsichtig lenkt Ulrich Hennings das kleine Kajütboot an das Ufer des Eldenaer Hafens. Antje Salomon greift eine Leine und wirft sie an Land, wo Hafenmeister Eckhard Witte schon wartet. „Wie war’s?“ will er wissen. „Ziemlich frisch, als die Sonne weg war“, entgegnet Antje Salomon. „Aber trotzdem herrlich.“ Die beiden Ludwigsluster sind gerade von ihrer ersten Fahrt auf der Müritz-Elde-Wasserstraße zurückgekehrt. Und zwar nicht nur von ihrer ersten Fahrt in der Bootssaison 2016, sondern überhaupt. „Wir sind komplette Neueinsteiger und wollten heute mal den neuen Motor ausprobieren“, so Antje Salomon.

Den Motor seines Bootes hatte auch Jürgen Schaumann schon mal angeworfen, nachdem er „Orion“ am Donnerstag zu Wasser gelassen hatte. Karfreitag folgte das große Reinemachen: „Der Mann draußen, die Frau drinnen“, erklärt Ehefrau Monika. Doch nun sitzen die beiden Steegener auf dem überdachten Deck ihres Bootes und stoßen mit zwei Skipper-Freunden auf die neue Saison an. Die Hamburger sind allerdings mit dem Auto angereist. „Unser Boot, die „Ray“, liegt noch im Winterlager“, erklärt Wilfried Röhl. Bevor es an seinen Liegeplatz in Geesthacht gebracht werden kann, müsse noch einiges repariert werden. Aber dort starte die Saison ohnehin erst Ende April. So früh wie in Eldena, wo es immer Ostern losgeht, kommen die Boot kaum irgendwo ins Wasser. „Wir hatten auch schon Schnee auf dem Boot“, sagt Monika Schaumann, die mit Mann und Boot seit 16 Jahren nach Eldena kommt. „Ich bin mit Eckhard zur Schule gegangen“, erklärt Jürgen Schaumann, der aus Güritz stammt, warum sich das Paar damals für Eldena entschied. Und ergänzt, weshalb sie all die Jahre blieben: „Wir wollten in keinen Verein eintreten müssen“, sagt der 57-Jährige. „Hier bezahlen wir unsere Liegegebühr und können – ohne Verpflichtungen – von der ersten Minute an Urlaub machen. Alles ist sauber und auf aktuellstem Stand.“ Susanne Röhl, die mit ihrer Familie einmal pro Jahr zum Urlaub herkommt, ergänzt: „Und Bärbel und Eckhard sind so hilfsbereit.“

Seit 20 Jahren betreiben Bärbel und Eckhard Witte den Eldenaer Hafen. „Damals hatten wir noch selbst ein Boot und durften es nicht direkt an die Müritz-Elde-Wasserstraße legen“, erzählt Eckhard Witte von den Anfängen. „Also kauften wir das Grundstück, Bagger und Radlader und baggerten den Hafen aus.“ Aus anfangs zehn Liegeplätzen für Boote sind inzwischen mehr als 30 und ein Campingplatz geworden.

Der Bootshafen ist ein Familienbetrieb. Von Ostern bis Ende Oktober bedeutet das für Bärbel Witte und ihren Mann Eckhard, der nach Feierabend in seinem Hauptberuf anpackt, Arbeit an sieben Tage in der Woche. An den Wochenenden und wie jetzt zum Saisonstart helfen die Söhne Markus und Andreas und die Schwiegertöchter mit. Zum Anschippern zauberte Markus in der Küche das Büfett, während Andreas hinterm Tresen stand. „Ich freue mich, dass sie dabei sind“, so Eckhard Witte.

Auch die Skipper freuen sich auf die Saison. „Mit dem Boot zu fahren, ist Entspannung pur“, sagt Monika Schaumann. „Man sieht die Natur mal aus einer anderen Perspektive.“ Doch bis sie zu längeren Touren starten können, müssen sie sich noch etwas gedulden. Die Schleusen auf der Müritz-Elde-Wasserstraße arbeiten noch nicht. Erst im April nehmen sie wieder ihren Betrieb auf. Dann kann auch Guido Baumgärtner sein Boot an den Liegeplatz in Eldena bringen. „Ich setze immer in Dömitz ein und fahre hierher“, erklärt der Lübtheener. Zum Saisonauftakt war er trotzdem gekommen – mit dem Auto.

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