Neustadt-Glewe : Die Buchstaben kennen sie schon

Freut sich, dass die Kleinen schon so viele Buchstaben kennen: Bibliotheksleiterin Monika Haase.
Freut sich, dass die Kleinen schon so viele Buchstaben kennen: Bibliotheksleiterin Monika Haase.

Kinder aus Kita „Mischka“ sind zu Besuch in der Stadtbibliothek Neustadt-Glewe, deren Leiterin Monika Haase 2018 in den Ruhestand geht.

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08. März 2018, 05:00 Uhr

„Wisst ihr denn, was man in einer Bibliothek alles machen kann?“ „Bücher angucken“, „was ausleihen“, „lesen“. Die Antworten der kleinen Besucher in der Stadtbibliothek Neustadt-Glewe auf die Frage von Leiterin Monika Haase sprudeln nur so hervor.

An diesem Morgen ist die Regenbogengruppe der Kita „Mischka“ mit Erzieherin Kathrin Lewerenz in der Bibo zu Gast. Die Vorschüler kennen schon viele Buchstaben und sogar das Alphabet – zumindest das Abc-Lied. Stolz und ziemlich fehlerfrei singen sie es. „Lesen und schreiben lernen die Kinder dann aber in der Schule“, erklärt Erzieherin Kathrin Lewerenz.

Und dann macht Monika Haase das, worauf sich die Kleinen am meisten freuen: Sie liest ihnen aus einem Buch vor. Es ist „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“. Gespannt lauschen die Kleinen der Geschichte. So, wie bestimmt viele Jahre zuvor die Mutti oder der Vati dieses oder jenen Kindes. Denn Monika Haase ist jetzt seit 43 Jahren Leiterin der Stadtbibliothek. Ende dieses Jahres geht sie in den verdienten Ruhestand. „In all den Jahren hat es unheimlich viel Spaß gemacht, gerade die Kinder hier zu haben. Sie sind so dankbar, wenn sie Geschichten vorgelesen bekommen oder zum Beispiel erfahren, woher die Schrift stammt“.

Was liest man in Neustadt eigentlich so? „Die Neustädter mögen Krimis, am liebsten amerikanische, weil die Roman-Ermittler dort vielen Lesern offenbar besser gefallen als beispielsweise deutsche“, lacht Monika Haase. Und sie selbst liest auch gerne Krimis, gesteht die Bibo-Leiterin. „Die Schweden-Krimis von Camilla Läckberg“, finde ich super.

Eigentlich war es mehr Zufall, dass Monika Haase Mitte der 1970er-Jahre in die Bibliothek kam. „Ich hatte in Leipzig ein Journalistik-Studium begonnen, aber schon nach drei Monaten ein so großes Heimweh, dass es nicht mehr ging“, sagt sie. „Mein Papa meinte dann, ich solle doch mal in der Bibliothek fragen, ob sie dort nicht jemanden brauchen…“

Jetzt, über vier Jahrzehnte nach dem Rat ihres Vaters, blickt Monika Haase auf eine schöne Zeit zurück. Dass sie in diesen über 40 Jahren offenbar einen tollen Job gemacht hat, zeigen nicht nur die glänzenden Kinderaugen während solcher Veranstaltungen, wie gerade mit den „Mischka“-Kindern. „Eine Leserin sagte mir mal, ,Dir habe ich zu verdanken, dass ich so gerne lese’. Genau dies zu erreichen, darauf hofft man in diesem Beruf“, sagt Monika Haase, die schon Pläne für die „Zeit danach“ hat. „Mein Mann und ich reisen viel. Wir würden dann gerne nach Südafrika fliegen und das Nordlicht würde ich auch gerne sehen“, schmunzelt sie. Und so ganz wird sie vielleicht auch nicht von „ihrer“ Bibliothek loskommen. Wenn sie hier später doch mal gebraucht wird…

Die „Mischka“- Kids haben inzwischen die Schatztruhe geplündert, wo alle kleinen Besucher stets ein paar Süßigkeiten finden. „Bis bald“, verabschieden sich die Mädchen und Jungen von Monika Haase.

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