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Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 21:35 Uhr

Ludwigslust : Die Aufräumarbeiten dauern an

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Betreten der Wälder ist aufgrund der extremen Sturmschäden weiterhin verboten / Polizei mahnt: Bürger sollen Bruchholz liegen lassen

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 20:00 Uhr

Die Männer vom Bauhof Ludwigslust schreddern schon den ganzen Tag, doch der Berg an Zweigen und Ästen, die Sturmtief „Xavier“ an der Lenné-Schule hinterlassen hat, wird kaum kleiner. In und um Ludwigslust sind die Folgen des Sturms der vergangenen Woche noch deutlich sichtbar, die Aufräumarbeiten werden noch Wochen dauern, wie die zuständigen Stellen informierten. Das wollen offenbar fleißige Sammler nutzen, die das Holz irrtümlicherweise als Gemeingut betrachten.

Beim Forstamt Kaliß gibt es seit Freitag immer wieder Anfragen von Bürgern, ob man das Holz an den Straßen oder in den Wäldern mitnehmen könne. „Und da sagen wir ganz eindeutig: auf gar keinen Fall“, erklärt Forstamtsleiter Jörg Schröder. Vor allem weil das Holz entweder dem Land oder auch Privatpersonen gehört. „Außerdem ist die Gefahrenlage in den Wäldern aktuell erhöht. Äste hängen locker in den Kronen, außerdem könnten bereits angeschobene Bäume jederzeit umstürzen“, so Schröder weiter. Zwar seien die unmittelbaren Gefahren bereits beseitigt, Besucher oder Pilzsammler möchte Jörg Schröder jedoch zurzeit nicht in den Wäldern sehen.

Wegen Holzdiebstahl sei bei der Polizei dieser Tage noch keine Anzeige eingegangen, sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann auf Nachfrage der Redaktion. „Es ist aber durchaus möglich, dass das noch kommen wird, wenn das Chaos sich erstmal ein bisschen gelichtet hat. Oft ist es Unkenntnis in der Sache, die manchen glauben lassen, weil der Bruch ja minderwertig ist, kann ich ihn mitnehmen. Das ist ein Irrglaube. Es ist und bleibt Diebstahl. Die Polizei hat bei ihren Streifenfahrten ein Auge drauf.“ Holz habe von der Gesetzeslage her immer einen Eigentümer. „Auch wenn die Versuchung groß ist, es zählt der Wille zur Tat und nicht die Menge. Selbst nur zwei kleine Äste mitzunehmen, ist bereits strafbar.“

„Das sollte man auch gar nicht erst erlauben, dann verliert man die Kontrolle“, meint Burkhard Karberg, Leiter der Straßenmeisterei Ludwigslust des Straßenbauamtes Schwerin. Auch hier sind in den vergangenen Tagen vermehrt Anfragen zur Holzabholung eingegangen. Zwar werden die Äste und Stämme derzeit zurechtgeschnitten und im Seitenraum von Straßen und Wegen gelagert, dies sollten Bürger jedoch nicht als Einladung verstehen. „Man geht ja schließlich auch nicht in einen fremden Garten und bedient sich dort“, so Karberg weiter.

Der Bauhof Ludwigslust hingegen bekommt zurzeit eher Hinweise als Anfragen. „Quasi stündlich werden uns neue Schäden von Bürgern mitgeteilt“, erklärt Bodo Thees, Bauhofleiter der Stadt Ludwigslust. Das Aufräumen nach dem Sturm werde seiner Meinung nach noch Tage dauern. „So wie an der Lenné-Schule. Erstmal müssen wir die Kronen schreddern, die Stämme werden in den Verkauf gebracht. Außerdem müssen wir uns noch größere Technik für die riesigen Wurzelteller besorgen, und externe Firmen müssen sich um die Straßenschäden kümmern“, so Thees weiter.

Wurzelteller versperren aktuell auch den Weg zur Rennbahn. „Dort liegen 16 umgestürzte Bäume. Deshalb haben wir den Weg erst einmal gesperrt und kümmern uns in der nächsten Woche darum“, erklärt Bodo Thees. Auch die Straßenmeisterei Ludwigslust hat eine Art Prioritätenliste erstellt, nach der die Sturmschäden abgearbeitet werden. „Leider steht uns nur kleine Technik zur Verfügung. Wir arbeiten damit, so weit wie möglich, und suchen jetzt Partner für die weiteren Arbeiten. Das ist natürlich nicht so leicht, da gerade viele Städte und Gemeinden auf der Suche sind“, erklärt Burkhard Karberg.

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