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Vereinsheim ist Ziel von Brandstiftern und Dieben : Die Angst geht um im Hundeverein

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Nicht zur Ruhe kommt der Verein Hundesportfreunde Dömitz 09. Im letzten Jahr kam es zu mehreren Einbrüchen, Brandstiftungen und Drohungen. Ein Feuer zu Jahresbeginn zerstörte den Raum des Vereinsheims.

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erstellt am 13.Jan.2011 | 10:02 Uhr

Dömitz | "Alle Jahre wieder...", dieses Lied kennt Heike Hocke nur zu gut. Doch für die Zweite Vorsitzende des Vereins Hundesportfreunde Dömitz 09 klingt die Melodie nicht nach Besinnlichkeit und Frieden. Ihr Lied klingt vielmehr nach Einbrüchen, Drohungen, Brandstiftung. Erst Ende August 2009 schlossen sich die Tierliebhaber zusammen. Der Vorgängerverein hatte sich zuvor nach internen Querelen aufgelöst. Es sollte wieder Frieden bei den Hundefreunden einziehen.

Doch in der Silvesternacht 2009 war es mit dem Frieden vorbei. Unbekannte drangen damals in das Vereinsheim ein, entwendeten die Hose und zwei Ärmel eines Hetzanzuges, der beim Hundetraining verwendet wird. Wert: 300 Euro. Viel Geld für den Verein und seine aktuell 15 Mitglieder.

Pünktlich zum Jahreswechsel 2010/11 ein neuerlicher Schlag ins Kontor: wieder ein Einbruch. Zwischen dem 28. Dezember und dem 1. Januar stahlen unbekannte Täter eine Hetzjacke und Kleinteile aus dem Vereinshaus.

Zwei Feuer zerstörten Vereinshaus von innen

Doch es sollte noch schlimmer kommen. In der Nacht vom 1. auf den 2. Januar drangen Unbekannte in das Vereinshaus ein und legten Feuer. "Es war Brandstiftung", heißt es von der Kriminalpolizei Ludwigslust, die in dem Fall ermittelt. Die Flammen zerstörten die Decke und den Boden, überall im Vereinsheim liegt Asche, die Wände sind rußschwarz. Der oder die Täter nahmen offenbar auch die Verletzung von Menschen in Kauf. Als Brandbeschleuniger drehten die Brandstifter offenbar den Hahn einer Gasflasche auf, ließen Gas ins Innere des Gebäudes strömen. "Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn ich die Tür geöffnet hätte, bevor das Feuer erstickt war", sagt Frank Gebert, der Erste Vorsitzende des Vereins.

Die Vereinsmitglieder fürchten sich vor der Rücksichtslosigkeit der Täter. "Wir haben Angst, dass wir weiterhin terrorisiert und schikaniert werden", sagt Gebert. Nicht zuletzt auch, weil der oder die Täter zwischen dem 2. und dem 6. Januar ein weiteres Mal versuchten, das Gebäude niederzubrennen. Auch dieser Versuch misslang. Nach der zweiten Tat offenbarten der oder die Täter ihren Mutwillen. "Jetzt sind wir quitt", stand auf einem Zettel, den Vereinsmitglieder am vergangenen Sonnabend fanden.

Glück im Unglück: Das Feuer erstickte beide Male, bevor es das Gebäude in Schutt und Asche legen konnte. Der Schaden für den Verein ist trotzdem immens. "Wir standen kurz vor Abschluss der Renovierungarbeiten", sagt Heike Hocke. Die Elektrik sei dabei ebenso erneuert worden wie die Dämmung. Eventuell zahle zwar die Versicherung einen Betrag. "Doch wer ersetzt uns die stundenlange ehrenamtliche Arbeit, die wir investiert haben?", fragt sich Hocke. Zeugen gibt es für die Taten bisher keine. "Wir wären sehr dankbar, wenn sich Menschen, die etwas Ungewöhnliches bemerkt haben, bei der Polizei melden würden", sagt Frank Gebert. Wie es weitergeht, das wissen weder er noch Heike Hocke. "Die Sanierung würde rund 30 000 Euro kosten", schätzt die 45-Jährige. Doch der Verein braucht ein Dach über dem Kopf, vor allem bei den kühlen Außentemperaturen. Die Hundefreunde haben Angst, Opfer weiterer Taten zu werden. Eine zusätzliche Strophe im Lied "Alle Jahre wieder" wollen sie sich ersparen.


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