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Ludwigsluster Tageblatt

25. November 2017 | 09:01 Uhr

Ludwigslust : Die 6a im Rampenlicht

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Förderschüler aus Ludwigslust erarbeiten eigenständig Theaterstück über den Wolf / Gestern Aufführung im Zebef

von
erstellt am 02.Nov.2017 | 19:00 Uhr

Kathy und ihre Freunde aus der 6a können aufatmen. Der Vorhang ist gefallen. Ihr Theaterstück ist vorbei. Das Publikum klatscht und vom Theaterregisseur Dirk gibt es großes Lob: „Ich bin stolz auf Euch. Ihr wart toll. Auch wenn es ganz anders lief als auf der Generalprobe. Was soll’s. So ist Theater nun mal.“ Kathy gibt zu, wie aufgeregt sie war. „Mein Herz hat geklopft. Ich habe richtig gezittert.“ Und Sarah meint: „Es war so ein komisches Gefühl da oben auf der Bühne. Ich dachte erst, wir kriegen das nicht hin. Vor so vielen Menschen.“ Der Saal im Zebef war übervoll, als gestern Vormittag die Sechstklässler aus der Ludwigsluster Förderschule ihr Stück „Die Wolfsfamilie“ aufführten. Nur eine Woche hatten sie Zeit, sich darauf vorzubereiten. Sozialarbeiter Dirk Köhn war vor den Ferien zu ihnen in die Schule gekommen. „Wir haben das ganze Stück von der Idee bis zur Umsetzung gemeinsam erarbeitet“, sagt Köhn. Der 35-Jährige kennt die Klasse gut. Erst im vergangenen Jahr hatte er mit den Kindern das Stück „Ronja Räubertochter“ auf die Bühne gebracht. „Man sieht richtig, wie sich die Schüler seitdem entwickelt haben“, sagt er. Kimmi zum Beispiel. Er hatte letztes Jahr als Räuber eine kleine Nebenrolle, im neuen Stück „Die Wolfsfamilie“ traut er sich schon eine Hauptrolle zu. Auch Lehrerin Christa Kruse staunt über ihre Schüler. Es sei schön zu sehen, wie die Kinder über sich hinauswachsen und sich trotz Lampenfiebers mutig der Herausforderung stellen. Die Schüler, so Dirk Köhn, hätten in vielerlei Hinsicht von dem Projekt profitiert. „Es stärkt ihre Sozialkompetenz und ihr Selbstbewusstsein.“

Und nicht zuletzt sind sie durch die gemeinsame Arbeit am Theaterstoff auch ein ganzes Stück schlauer geworden. Amy weiß jetzt, dass man eine Wölfin auch Fähe nennt. Philipp, der die Rolle eines Wolfsberaters spielt, kann erzählen, warum es so wichtig ist, dass Schäfer ihre Herden mit Zäunen schützen.

Ob es im kommenden Jahr wieder einen Theaterworkshop mit Dirk Köhn geben wird, ist noch offen. Der Sozialarbeiter hat das Zebef verlassen und steckt mitten im Sabbat-Jahr. Für die 6a der Förderschule ist er gern nach Ludwigslust zurückgekehrt.

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