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Geschwindigkeitsmessung auf der A24 bei Wittenburg : Der tägliche Wahnsinn auf der Autobahn

vom

Mit 132 km/h durch die Baustelle gerast - da waren selbst die Polizisten des Reviers Stolpe schockiert, die am Montag auf der A24 die Geschwindkeiten von 1671 Fahrzeugen gemessen hatten.

svz.de von
erstellt am 07.Nov.2011 | 08:54 Uhr

Wittenburg | Montag auf der A 24, Richtung Berlin, sah die Polizei am Kilometer 74,5 wieder einmal der bitteren Wahrheit ins Auge: Die Begrenzung auf 60 km/h in der rechten Spur der kilometerlangen Baustelle interessiert nur wenige. Obwohl die Messstelle jede halbe Stunde durchs Radio lief, obwohl sich das Messteam nur mäßig getarnt hatte, kamen die Kameras des Messsystems aus dem Klicken nicht mehr heraus. Dabei hatten die Beamten den Morgenverkehr noch abgewartet und erst gegen 9 Uhr mit den Messungen begonnen. Also dann, wenn auch in der Baustelle gearbeitet wird. Um den Schutz der Bauleute geht es den Beamten dann auch zuerst. "Die meisten machen sich keine Vorstellung, wie einige hier durchjagen. Und wir stehen ja heute nicht den ersten Tag in dieser Baustelle", weiß Polizeihauptmeister Jürgen Loch. Unterstützung bekommt er vom Bauleiter der Firma, die derzeit die Bankette an der Autobahn baut. Es sei schon gut, dass die Polizei messe, ansonsten würde seinen Leuten buchstäblich der Hintern abgefahren.

Doch die Ignoranz vieler vor den Schildern an der Autobahn geht noch weiter. Zum Beweis klettert Polizeihauptmeister Loch mit grellgelber Jacke aus dem Auto und überprüft die Messeinrichtungen. Die Kameras klacken unentwegt weiter. Ob Pkw, ob Bus oder Lkw, die 60 Sachen in der Baustelle nimmt kaum einer ernst.

Gut, die Polizei hat ihre Geräte an und um einen Tieflader der Baufirma aufgebaut. Das ist selbst für geübte Fahrer kaum zu erkennen. Doch dafür blitzt es erst ab 69 km/h, es wird folglich genug Toleranz gelassen.

Wie extrem die Messungen ausfallen können, zeigt ein Beispiel von der nun aufgelösten Brückenbaustelle bei Neustadt-Glewe auf der A 24. Dort war im Frühjahr ein Hamburger Autofahrer bei erlaubten 60 km/h mit sage und schreibe 190 Sachen geblitzt worden. Das hat dann auch mit Raserei nichts mehr zu tun, das ist gemeingefährlich für alle.

Die gestrigen Ergebnisse des Autobahnverkehrspolizeireviers Stolpe: Von den am Vormittag gemessenen 1671 Fahrzeugen waren 333 zu schnell. Das sind fast 20 Prozent aller Autos. Spitzenreiter des Tages war ein Pkw-Fahrer, der es schaffte, mit 132 km/h durch die Baustelle zu rasen. Bedenklich, auch 46 Lkw waren zu schnell, Spitzenreiter war ein Brummifahrer mit 87 Sachen. Und auch Busfahrer sind eilige Leute, drei wurden gestern geblitzt, die Spitze lag hier bei 82 km/h. Logisch, dass weitere Kontrollen von der Polizei angekündigt sind.

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