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Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 04:48 Uhr

Der Reiz der Deutschen Meisterschaft

vom

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erstellt am 01.Jun.2010 | 08:09 Uhr

Grabow | Wenn Andreas Hohl und Frank Jost einen Stich bekommen, dann muss das nichts mit der Sonne oder einem Insekt zu tun haben. Vielmehr liegt es daran, dass sie einfach nur gut Skat spielen können. Als Team treten sie derzeit gemeinsam auf - und haben sich für die Deutsche Tandem-Skat-Meisterschaft am 7./8. August in Magdeburg qualifiziert.

Der große Saal der Wirtschaft "Grünen Gurke" in Grabow ist freitags fest in Männerhand. Die Herren sitzen zu Dritt an den Tischen und reizen, was die Karten hergeben - 18, 20, 2, null, 4. Es geht um Stiche und Augen, es geht um Kontra und Re, es geht um Skat. Der Skat-Club Grabow lädt zum Ende der Woche immer zum öffentlichen Preisskat ein, und so versammeln sich weit mehr als nur das eine Dutzend Mitglieder des 20 Jahre alten Vereins. Vor der Wende, gab es den Verein schon. Er trug einen anderen Namen, hatte weitaus mehr Mitglieder. "Jetzt geht uns ein bisschen der Nachwuchs aus", sagt Andreas Hohl, Vorsitzender des Clubs.

Frank Jost gehört mit seinen 40 Jahren zu den jüngeren Spielern des Clubs. In Sachen Turniererfahrung ist der Elektriker jedoch kein unbeschriebenes Blatt. Gerade erst ist er von seiner zweiten Deutschen Einzelmeisterschaft zurückgekehrt. Doch im Schwarzwald, in Oberharmersbach, lief es für den Mecklenburger nicht gut. "Im Feld der 260 Starter bin ich irgendwo zwischen Platz 80 und 100 gelandet", sagt der amtierende Vize-Landesmeister. Bei der Tandem-DM in Magdeburg soll es mit seinem Vereinskameraden Andreas Hohl besser laufen. Das Gespann setzte sich auf Verbandsebene durch und sicherte sich anschließend bei der Landesmeisterschaft die DM-Qualifikation. "Mit 6760 Punkten landeten wir auf dem dritten Rang", hat Andreas Hohl das exakte Ergebnis noch im Kopf. Ein gutes Zahlengedächtnis, das ist für jeden Skatspieler hilfreich. Zu wissen, wie viele Punkte im laufenden Spiel schon vergeben, welche schon auf der Habenseite sind und wie viele noch fehlen, um siegreich eine Partie zu beenden, das kann letztlich entscheidend sein. Und was macht einen guten Spieler zudem aus? "Geduld, Instinkt und das nötige Händchen, auch mit einem mäßigen Blatt zu gewinnen", sagt Frank Jost, der weiß, dass ihm die Fehler der anderen in die Karten spielen können. "Doch bei einer DM ist das Niveau hoch. Da werden nicht viele Fehler gemacht", weiß er.

Rund 250 Teams wollen im August bei der Tandem-Meisterschaft zwei Tage lang ihre Trümpfe ausspielen. Gespielt werden acht Serien á 48 Partien. Dabei werden die Punkte, die die beiden Einzelspieler an getrennten Tischen erzielen, addiert. Kein unnötiges Risiko eingehen - so der Tenor des Duos, wenn es gemeinsam darum geht, so weit wie möglich nach oben zu kommen. Und was haben Schwimmmeister Hohl, der schon fünf Mal bei einer Einzel-DM teilnahm, und Skatbruder Jost für eine Platzierung beim nationalen Tandem-Wettkampf im Auge? "Ein Platz im oberen Drittel", sind sich die Zwei einig.Dafür brauchen sie viele Stiche. Wie es geht, das üben sie ja regelmäßig mit ihren Skatfreunden in Grabow.

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