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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 09:38 Uhr

Neu Kaliß : Der Neue auf Dömitz’ Dächern

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Tobias Siggelkow ist vom Landkreis zum Bezirksschornsteinfeger für 2550 Liegenschaften rund um die Elbestadt bevollmächtigt worden

svz.de von
erstellt am 08.Mai.2015 | 08:36 Uhr

Weißes Mundtuch, Handschuhe und Zylinder – so steht Schornsteinfeger Tobias Siggelkow gestern an der Tür von Yvonne Aßmann. Sein Termin in der Schulstraße von Neu Kaliß ist der erste an diesem Morgen – Siggelkows schwarzer Anzug sitzt noch makellos, die goldenen Knöpfe glänzen in der Sonne. „Wenn wir abends nach Hause kommen, sehen wir ganz anders aus“, sagt er und lacht. Zylinder und Handschuhe trägt der 34-Jährige nicht für den Fototermin mit der Zeitung, sondern aus „tiefster Überzeugung“ wie er sagt. „Weil ich Schornsteinfeger bin, und kein Maler oder Maurer.“ Gearbeitet hat der gebürtige Schweriner aber zuerst als Dachdeckergeselle. Bis zu jener denkwürdigen Begegnung auf einem Dach bei Rehna. „Mein Meister hatte mir aufgetragen, die Tritte besonders fest zu ziehen, weil gleich der Schornsteinfeger kommt. Der kam dann auch, rutschte auf einem Tritt ab und wetterte laut. Seine Autorität hat mich wohl damals ziemlich beeindruckt“, erzählt Siggelkow. Mit 20 geht er noch einmal in die Lehre und wird Schornsteinfeger. „Mein Traumberuf“, sagt er. Für die Stelle des „Bezirksschornsteinfegers“ im Landkreis Ludwigslust-Parchim zieht er von Teterow nach Neu Kaliß, fährt nur an den Wochenenden zu seiner Frau. „Ich bin Jungmeister“, sagt er. „Da kann man nicht gleich Arbeit vor der Haustür finden.“ Mitte April ist er feierlich in Parchim vom Landrat bevollmächtigt und damit für sieben Jahre verpflichtet worden. Mehr als 2500 Liegenschaften gehören zu seinem Bezirk. Neben den hoheitlichen Aufgaben (Feuerstättenschau und -abnahme), übernehmen Siggelkow und sein Geselle Raik Granzow auch freie Arbeiten, wie Kehren, Messen und Energieberatung. Die Hälfte seiner Arbeitszeit verbringt Siggelkow in seinem Büro, das er sich in seiner Neubauwohnung in Neu Kaliß eingerichtet hat. Seit drei Wochen lebt er hier. Noch sind nicht alle Umzugskisten ausgepackt, die Küche muss noch geliefert werden. Nur das Arbeitszimmer ist schon fertig.

In den nächsten Wochen wird sich der neue Schornsteinfeger bei den Neu Kalissern vorstellen. Zwei Mal in sieben Jahren muss er zur Feuerstättenschau in die Häuser. Mindestens einmal im Jahr wird bei Kaminbesitzern gekehrt. Bei Aßmanns in der Schulstraße wird Siggelkow frühestens im Herbst wieder vorbeischauen. Dann, wenn der neue Kamin das erste Mal brennt.

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