Conow : Der Kutscher der Königin

Mira und Alexa - mit den beiden Haflinger-Stuten im Gespann fährt Dieter Folgmann oft sonntags durch Wald und Wiesen.
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Mira und Alexa - mit den beiden Haflinger-Stuten im Gespann fährt Dieter Folgmann oft sonntags durch Wald und Wiesen.

Mit ihm fährt man gut: Ob Hochzeitspaare, Heidekönigin oder Hortkinder - Dieter Folgmann bringt sie alle ans Ziel. Nächste Ausfahrt am 26.9.

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17. September 2015, 07:00 Uhr

Der Tag auf dem Hof der Folgmanns beginnt meistens mit einem lauten „Hottehüh“. Der vierjährige Jannik ruft es  quer über die Wiese hinunter zum Opa. Dieter Folgmann ruft dann genauso laut „Hottehüh“ zurück, nimmt Janniks Hand und geht mit ihm zu den Haflingern. Für Jannik ist Opa der Größte. Kein Wunder. Wer hat schon einen Opa, der die Königin kutschiert.

 Dieter Folgmann macht das seit vier Jahren. In Kaliß, zum Heidefest, holt er die für den Thron Auserwählte vor ihrer Haustür ab, chauffiert sie in der festlich geschmückten Kutsche durchs Dorf  bis zur  Krönung auf den Forsthof. Manchmal, gesteht er, bekommt er bei den Fahrten durch die fröhlich jubelnde  Menge ein bisschen Gänsehaut.  Und wenn er dann noch jemanden von der Straße  „Dieter“ rufen hört, winkt auch er zurück und  hebt  die Peitsche zum Gruße.

 Die beiden Haflinger Alexa und Mira stört das Bad in der Menge kaum. „Meine treuen Seelen“, nennt  Folgmann seine Pferde.  Auf sie kann er sich verlassen.  Mira, die Temperamentvolle und Alexa, die Träge, etwas Faulere. Folgmann hat die Haflinger vor neun Jahren aus Ostfriesland nach Conow geholt. Eigentlich hatte der Arzt ihm nahegelegt wegen des kaputten Rückens mit dem Fahren aufzuhören. „Was willste machen“, sagt Folgmann. „Der Drang ist einfach zu groß.“ Pferde. Schon als kleiner Junge war Dieter Folgmann verrückt nach ihnen. In der LPG half er viel im Pferdestall. Und als die Bauern die Pferde auf den Kartoffelacker führten, durfte er stolz die Leine halten.

Gelernt hat Folgmann den Schlosser-Beruf. Die Liebe zu Pferden ist ein Leben lang geblieben. Folgmann ist  Mitbegründer des Karenzer Reit- und Fahrvereins. Vom Vize-Landesmeister Richard Henschel (†) aus Jessenitz hat  er das Gespannfahren gelernt. Er fuhr Ein-, Drei-, Vierspänner, Fünfspänner und später mit Henschel sogar Zehnspänner.

 „Fahren ist mein Hobby“ - das hat sich Folgmann auf seine Weste sticken lassen und groß auf die Flanke seines Planwagens geschrieben. „Es gibt nichts Schöneres als an einem Sonntagmorgen mit dem Gespann durch den Wald zu fahren“, sagt er. Damit auch andere die Freude mit ihm teilen, nimmt der Conower  gern auf Wunsch Kinder, Hochzeitspaare oder wie jüngst Ex-Schüler eines Klassentreffens mit.

Mit den Freunden vom Kutscher-Stammtisch, der sich einmal im Monat im Anglerheim in Malliß trifft, plant Dieter Folgmann gerade die letzte große Ausfahrt dieses Jahres. Am 26. September treffen sich die Gespanne und ein paar Reiter bei Folgmanns in Conow auf dem Hof für eine dreistündige Tour zum Burgwall nach Menkendorf. Wer mitfahren will, kann sich bis 19. September  bei ihm melden.

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