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Ludwigsluster Tageblatt

25. November 2017 | 10:57 Uhr

Der Kampf gegen die Sandsackflut

vom

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erstellt am 05.Jul.2013 | 07:50 Uhr

Dömitz/Heiddorf | Nicht nur Axel Junge aus Dömitz schmerzte gestern am Heiddorfer Deich der Rücken. Die Arme wurden jede Stunde länger, doch der Rentner hielt von 8 bis 18 Uhr durch. Gemeinsam mit weiteren freiwilligen Mitstreitern schaffte er es, eine Strecke von knapp 100 Metern von Sandsäcken zu befreien. Die Grasnarbe kann sich nun erholen.

Das große Aufräumen an den Deichen und Dämmen im Raum Dömitz hatte bereits am Donnerstag begonnen. Allerdings lief die Räumaktion sehr schleppend an. Schwere Technik, eigens auch von den Autobahnmeistereien Upahl, Kavelstorf oder Malchow mit Fahrern bereitgestellt, konnte nicht ausgelastet werden, weil schlicht zu wenig Helfer für das Entleeren der Sandsäcke bereitstanden. Die Situation besserte sich gestern Morgen, weil beispielsweise eine Dömitzer Firma die Früh- und Spätschicht zum Räumeinsatz freigestellt hatte, gut 20 Helfer der Kreisverwaltung aus Parchim mit einem Bus anrollten, insbesondere aber viele Dömitzer beim Aufräumen ihren persönlichen Anteil leisten wollten.

Auch Hilda und Werner Weinberg aus Groß Schmölen meldeten sich mit ihrer zwölfjährigen Enkelin Jasmine gestern Morgen im Dömitzer Hafen zum "freiwilligen Sandsackdienst". Werner Weinberg war bereits als Deichwache in den Hochwassertagen mit unterwegs gewesen. Monic Schneider aus Lenzen war nach Dömitz gekommen, um an ihrem freien Tag mit anzupacken. So auch Ingo Ahlgrimm, Finanzbeamter aus Hagenow, der erneut dort helfen wollte, wo es ihm notwendig erschien.

Für heute Morgen rechnet Amtsvorsteher Burkhard Thees mit der bislang höchsten Zahl freiwilliger Helfer gegen die Sandsackflut an den Deichen. Das arbeitsfreie Wochenende lasse ihn darauf hoffen, so Thees. Wer noch mithelfen möchte, der kann sich an den Treffpunkten im Dömitzer Hafen und am Heiddorfer Netto-Markt melden.

Ob bis heute Abend alle mit Sand gefüllten Säcke und Bigbags samt Dichtfolien von den Hochwasserschutzeinrichtungen verschwunden sein werden, bezweifelt der Amtsvorsteher. "Wir im Amt sind erst einmal dankbar, dass so viele freiwillige Helfer bereits Donnerstag und gestern mit anpackten, um einen Teil der Flut an Sandsäcken wegzubekommen", spricht Thees diesen Dank auch im Namen der Dömitzer Bürgermeisterin Renate Vollbrecht aus.

"Wer letztlich für welche Kosten des Aufräumens aufkommen wird, das weiß im Augenblick niemand", bemerkt Thees fast beiläufig. Fakt ist, dass erhebliche Kosten auf alle Beteiligten zukommen werden. "Es gibt Schätzungen", so Thees, "dass der geldliche Aufwand für das Abbauen je Sandsack bei knapp einem Euro liegt." Fakt ist hingegen, dass auf dem Elbdeich und den Deichstrecken um Neu Kaliß und Heiddorf Hunderttausende von gefüllten Säcken samt Schutzfolien verbaut wurden. Der Einsatz der freiwilligen Helfer bei deren Entleerung sorgt dafür, dass die verantwortlichen Behörden von Umweltministerium MV über den Landkreis und das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) bis hin zu Amtsverwaltung, Stadt und Gemeinde einiges an Geld für andere Aufgaben in ihrem Haushalt behalten können.

Der Sand wird entweder direkt in Radladerschaufeln geschüttet und dann abtransportiert, oder er wird auf den Deich gekippt, um ab der kommenden Woche abgefahren zu werden. Er kommt wieder an die Entnahmeorte.

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