Lübtheen : Der erste Storch ist angekommen

Der erste Storch, der in diesem Jahr im Bereich Bitter-Herrenhof gesichtet wurde. Der Ring ist oberhalb des Gelenkes zu sehen.  Fotos:  Eggers
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Der erste Storch, der in diesem Jahr im Bereich Bitter-Herrenhof gesichtet wurde. Der Ring ist oberhalb des Gelenkes zu sehen. Fotos: Eggers

Storchenbetreuer Helmut Eggers aus Lübtheen bestätigt erste Sichtung / Tier 2003 in Wesermarsch beringt

svz.de von
14. Februar 2014, 07:00 Uhr

Da staunen Vorbeifahrende nicht schlecht, als im Bereich Bitter-Herrenhof an der Elbuferstraße ein Storch auf der Wiese stolziert. Bereits am 9. Februar ist er hier das erste Mal gesehen worden und übernachtete auf dem Nest der Familie Carstens.

„Ich hatte Gelegenheit, den Storch zu beobachten. Er stand nicht auf dem Nest, aber nicht weit entfernt auf dem Reetdach von Frau Scheibner direkt am Elbdeich. Der Storch trägt einen ablesbaren Ring mit der Inschrift ,Helgoland 1X455’. Aufgrund dieses ,Ausweises’ lässt sich eine Menge über diesen Vogel berichten“, ist vom Storchenbetreuer Helmut Eggers aus Lübtheen zu erfahren. Im Jahr 2003 wurde er als Jungstorch in Berne-Glüsing in der Wesermarsch beringt. Mindestens seit 2008 brütete die Störchin dann in Brandstade ganz in der Nähe von Bitter und hatte dort guten Bruterfolg. Auffällig war immer ihre frühe Ankunft auf dem Nest. In den letzten Februartagen erschien die Störchin meist auf dem Nest an der Elbe. Sie war damit in der Regel die erste Störchin in der Region. „Bei derart früher Ankunft war zu vermuten, dass dieser Storch nicht aus Afrika angereist kommt, sondern sein Winterquartier in Westeuropa hat. Den Beweis für diese These konnten wir selbst seit 2011 erbringen: Bei Untersuchungen zur Überwinterung von Störchen am südlichen Rand der spanischen Hauptstadt Madrid gelang uns die Ablesung dieses Storches in einem Teichgebiet. Auch in diesem Jahr, am 14. Januar 2014, konnten wir unseren Elbstorch 1X455 dort ablesen. Gemeinsam mit dem Brutstorch aus Gothmann übernachtete er in einer Gruppe von 700 Störchen im selben Teichgebiet am Stadtrand von Madrid wie 2012. Etwas später wird er sich auf den Weg Richtung Nordosten gemacht haben. Für den Trip von Madrid an die Elbe bei Bitter wird er etwa eine gute Woche brauchen abhängig von den Wetterverhältnissen“, ist weiter von Helmut Eggers zu erfahren.

Nun bleibt es aber spannend, für welches Nest sich die Störchin entscheidet. Im Jahr 2012 verließ die Störchin sehr zum Bedauern der Anwohner das langjährige Brutnest in Brandstade und zog nach Herrenhof um. Im vergangenen Jahr wechselte sie sogar die Elbseite und fing in Hitzacker an zu brüten. Sie hatte dort schon ein Gelege von 3 Eiern. Dann kam jedoch die Störchin des Vorjahres und es gab einen erbitterten Kampf. Unsere Störchin 1X455 unterlag, das Gelege wurde abgeworfen, und sie kehrte reumütig wieder auf die Ostseite zurück, wo sie sehnlichst in Herrenhof von ihrem vermutlich bisherigen Partner - vermutlich, weil unberingt - erwartet wurde. Beide zogen dann immerhin noch 4 Jungstörche auf. Damit hat die Störchin mindestens sieben Eier gelegt. „Wir wollen hoffen, dass sich unser Storch ,Helgoland 1X455’ in diesem Jahr ohne Umwege gleich für ein Nest auf unserer Elbseite entscheidet und dann auch wieder ein gutes Brutergebnis aufweisen kann“, sagt Helmut Eggers.

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