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Sensibles Schulprojekt in Ludwigslust : Den Tod der Freundin immer noch im Kopf

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Silke Schwaß (16) kann den Unfalltod ihrer Freundin nicht vergessen. Sie nimmt an einem Präventionsprojekt „Tod im Straßenverkehr“ der Berufsschule Ludwigslust teil.

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erstellt am 09.Dez.2012 | 08:05 Uhr

ludwigslust | Ein Projekt läuft unter dem Thema "Tod im Straßenverkehr" in der Beruflichen Schule Ludwigslust. "Das ist eines von fünf Projekten, das wir intensiv mit Förderschülern durchführen", erklärt Schulsozialarbeiterin Ilona Jungbluth. Tod auf den Straßen aus Sicht eines Fahrschullehrers ist an einem Tag Unterrichtsthema, unterstützt vom Fachmann Harry Kahnert aus Muchow. Teilnehmerin Silke Schwaß ist beeindruckt: "Es wird erklärt, dass man vorsichtiger fahren soll. Wir erfahren, was alles passieren kann und dass viele im Straßenverkehr sterben. Mir gefällt das Projekt. Vieles ist interessant, aber auch abschreckend. Zum Beispiel, wie der Polizist uns das Bild von dem verbrannten Menschen im Auto gezeigt hat", schildert die 16-Jährige.

Sie hat dann im Hinterkopf ihre tödlich verunglückte Freundin. Der Autounfall ereignete sich im Winter an einem späten Nachmittag auf der B 5 am Abzweig Hornkaten. Ein junger Mann, zu schnell auf glatter Straße unterwegs, verliert in der Kurve die Kontrolle über das Auto und knallt gegen einen Baum. Er stirbt, und auch seine Beifahrerin, die Freundin von Silke Schwaß. Ein drittes junges Mädchen auf dem Rücksitz hat Glück und überlebt.

"Viele sehen gar nicht die Gefahren des Straßenverkehrs. Sie denken, dass die moderne Technik die Autos sicher macht. Aber was nützt mir das, wenn ich damit nicht umgehen kann. Im Endeffekt kann das Auto zur Waffe werden", unterstreicht Fahrlehrer Harry Kahnert. "Wir arbeiten als Fahrschulen daran, die Schüler so auszubilden, dass sie wissen, was sie tun. Wir sind früher auch schnell gefahren. Doch da war das Verkehrsaufkommen nicht so hoch. Früher hatte das Auto auch einen anderen Stellenwert. Wenn du es kaputt gefahren hast, hattest du erst einmal Probleme, Ersatzteile zu bekommen.", zieht Kahnert Vergleiche. Heute seien die Jugendlichen zum Teil überfordert. Viele empfänden das Autofahren mehr als Sache nebenbei. "Dabei ist das harte Arbeit, auf die man sich konzentrieren muss. Man hat ja nicht nur für sich allein Verantwortung", gibt der Fahrlehrer den Projektteilnehmern mit.

An anderen Tagen innerhalb dieses Projektes geht es um die Notfallnachsorge. Dazu gibt es Unterstützung vom speziell ausgebildeten Team des DRK, von Ingrid Hoyer und Polizeiseelsorger Christophorus Baumert. Der Polizei-Präventionsbeamte Ralf-Theo Mundt ist ebenfalls Gesprächspartner. Ihm ist aufgefallen, dass das Schwarzfahren aktuell ein großes Thema unter den Jugendlichen ist. Der Rettungsassistent Steffen Lehnert vom DRK gibt einen Einführungskurs zur Ersten Hilfe. Begonnen hat das Projekt mit einem Spielfilm, der für das Thema sensibilisierte. Wegen der gesellschaftlichen Bedeutung wird das Projekt vom Landkreis Ludwigslust-Parchim gefördert. Die Teilnehmer sind in einem Berufsvorbereitungsjahr, das über eine Maßnahme der Arbeitsagentur läuft. Ein Teil der Schüler geht beim Berufsbildungswerk Ufat Wöbbelin in die Vorausbildung.

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