Festung Dömitz : Den Moment festhalten

Viele Gäste kamen zur Eröffnung, darunter Dömitz’ Bürgermeister Helmut Bode (l.) und Klaus Freytag (4.v.l.)
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Viele Gäste kamen zur Eröffnung, darunter Dömitz’ Bürgermeister Helmut Bode (l.) und Klaus Freytag (4.v.l.)

Ursula Thielke aus Heiddorf zeigt in der Hauptwache auf der Festung Dömitz Porträts, Landschaften und Stillleben

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25. August 2015, 16:25 Uhr

Ursula Thielke hält den Augenblick fest. Den Augenblick des Lächelns, den Augenblick des Nachdenkens, der Konzentration oder der Angst. „Mich interessiert immer der Ausdruck des Gesichts, die Emotionen, die sich darin spiegeln“, sagte die Künstlerin aus Heiddorf. Und so ist ihre Ausstellung, die gerade in der Hauptwache auf der Festung Dömitz eröffnet wurde, auch von Porträts, von Gesichtern geprägt.

„Augenblicke“ ist der Titel der Schau, die bis 23. Oktober gezeigt wird. „Man lebt nicht für die Ewigkeit, sondern für die Augenblicke, denen man Ewigkeit wünscht“, zitierte Marion Dreger-Riedel in ihrer Laudatio den Aphoristiker Gerhard Uhlenbruck. Daran wolle die Künstlerin mit ihrer Ausstellung erinnern. Ursula Thielke ergänzte später: „Bei all den schlimmen Dingen, die heutzutage passieren, sollten wird die guten auch als solche positiv empfinden und dankbar sein.“

Beim Betrachten der Bilder kann man die Liebe, die die Mutter für das Kind auf ihrem Arm empfindet, förmlich spüren. Man kann die Angst nachempfinden, die aus den großen Augen einer anderen Mutter spricht, die mit ihrem Kind auf der Flucht ist. Um diesen Moment spontaner Emotion festhalten zu können, arbeitet Ursula Thielke meist mit Fotos als Vorlage. Sitze jemand Modell, habe man diesen spontanen Blick, das spontane Lächeln nicht, so die Künstlerin.

Ursula Thielke hat nach eigener Aussage schon als Kind sehr gern gemalt, ihre strenge Großmutter habe das jedoch nicht gewollt. Und so kam sie erst mit weit über 40, nachdem sie aus Sachsen in die Elbregion gezogen war, zur Malerei. „Ich bin Autodidakt“, sagt die 74-Jährige. Große Unterstützung bekam sie dabei von Künstler Klaus Freytag aus Grebs. „Er ist mein Wegbegleiter.“ Er habe sie immer machen lassen und nie vorgeschrieben, was wie gemalt werden sollte. Bei Klaus Freytag hatte sich Ursula Thielke nach Beendigung ihrer Arbeit als Lehrerin Mitte der 1980er-Jahre an der Töpferscheibe zur Keramikerin ausbilden lassen und wenig später mit der Malerei begonnen.

Ausstellungen hat die Künstlerin schon in vielen Orten zwischen Schwerin und Dömitz gestaltet, aber auch in Japan. Dorthin reist Ursula Thielke regelmäßig zu Studienaufenthalten. „Das ist eine ganz andere Welt, ein anderes Miteinander der Menschen. Das Land strahlt so eine Ruhe aus“, erklärt die Künstlerin, was sie immer wieder nach Japan zieht.

Jetzt sind ihre Werke aber erst einmal auf der Dömitzer Festung zu sehen. Die 79 Bilder zeigen das große Spektrum der künstlerischen Arbeit der Heiddorferin. Neben vielen Porträts sind auch Landschaftsmalerei und Stillleben ausgestellt, gestaltet in Acryl, Kohle, Pastellkreide und sogar Rost. „So vielfältig und bunt wie das Leben“, so Marion Dreger-Riedel. Dazu passten auch die Stücke, die Musiker Friedhelm Neumann zur Ausstellungseröffnung vortrug – „Welche Farbe hat die Welt“ von Drafi Deutscher etwa.

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