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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 22:54 Uhr

Ludwigslust : Dem Hecht eine Chance geben

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Besondere Schonzeit an der Müritz-Elde-Wasserstraße

von
erstellt am 24.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Zwangspause für die Angler an Löcknitz und Elbe zwischen den Landesgrenzen Brandenburg und Niedersachsen. Seit dem Jahreswechsel dürfen sie in diesem Abschnitt nicht mehr auf Fischjagd gehen. „Die Pachtverträge für diese Gewässer sind ausgelaufen und wurden neu ausgeschrieben“, erklärt Hartmut Senff, Vorsitzender des Gebietsanglerverbandes Ludwigsluster Umland e.V.. „Die Vergabe ist noch nicht erfolgt.“ Damit dürfe in diesen Gewässern derzeit niemand angeln. Wer es trotzdem macht, begehe Wilddieberei. Hartmut Senff hofft, dass die Entscheidung über die neuen Pachtverträge noch in diesem Monat erfolgt und damit die angelfreie Zeit ein Ende hat.

Und es gibt eine weitere Einschränkung, auf die der Gebietsanglerverband hinweist. Eine Einschränkung, die sich die Angler – auf der Delegiertenversammlung des Verbandes – selbst auferlegt haben. „Vom 1. Januar bis zum 30. April eines Jahres gilt an der Müritz-Elde-Wasserstraße zwischen dem Dreieck Elde/Störkanal und dem Löcknitz-Düker bei Dömitz eine verlängerte und von den Regelungen an anderen Gewässern abweichende Schonzeit für den Hecht“, erklärt Gewässerwart Heinz-Jürgen Rose. „Wir wollen damit dem Hecht eine Chance geben, abzulaichen und sich zu entwickeln.“ Das sei an der Müritz-Elde-Wasserstraße sonst schwierig. Der Angeldruck sei dort zu groß, weil sich eine Vielzahl von Anglervereinsmitgliedern auf engstem Raum konzentrieren. Die Regelung war festgelegt worden, nachdem der Verband im Jahr 2012 rund 1600 kleine Hechte in das Gewässer gesetzt hatte. Eine sehr aufwendige Aktion, weil der Hecht ein Standfisch ist und deshalb nicht an einer Stelle eingebracht werden kann, sondern aufwendig verteilt werden muss. Bei Bestandskontrollen mit Hilfe von Elektrosonden war festgestellt worden, dass im Jahr 2013 insgesamt Hechtnachwuchs in gutem Umfang vorhanden war. 2014 sei das von Region zu Region sehr unterschiedlich gewesen. „Das zeigt, dass die besondere Schonzeit notwendig ist“, so Heinz-Jürgen Rose.

Während der Hechtbesatz eine Ausnahme ist, wird Karpfennachwuchs regelmäßig in die Gewässer gesetzt. Dafür erhält der Gebietsanglerverband in diesem Jahr rund 1700 Euro vom Landesverband. Mit EU-Förderung werden auch Aale – knapp zehn Zentimeter groß und knapp zehn Gramm schwer – eingesetzt. Das geschehe aber nur in Gewässern, von denen die Aale, sobald sie geschlechtsreif sind, Richtung Nordsee wandern können, so Hartmut Senff.

Neben Fischbesatz und Bestandskontrolle ist die Kinder- und Jugendarbeit eine weitere wichtige Aufgabe des Gebietsanglerverbandes, der die Interessen von acht Mitgliedsvereinen aus dem Altkreis Ludwigslust vertritt. Sie ist nach der Gründung des Verbandes 2011 aufgebaut worden. Ein Höhepunkt ist immer das Angelcamp. Im vergangenen Jahr waren 23 Kinder dabei, rund 25 Prozent aller Mädchen und Jungen, die Mitglied in einem der Vereine sind. Hinzu kamen sechs „Neulinge“. „Wir wollen den Kindern den Umgang mit der Natur und dem Fisch nahebringen und ihnen spielend die Regeln beizubringen“, sagt Jugendwart Rüdiger Redmann. In diesem Jahr finde das Camp in Eldena statt, verrät er schon. Weitere Angebote für den Anglernachwuchs sind das Anangeln, das Herbstangeln und ein Basteltreff zu Beginn des Jahres. Dort stehen dann Angelmontage und Hakenbinden auf dem Programm.

 

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