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Ludwigsluster Tageblatt

17. Dezember 2017 | 17:05 Uhr

Dömitz : Deiche bekommen ein „sehr gut“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Die Schaukommission war gestern im Bereich Dömitz an den Hochwasserschutzanlagen unterwegs. Im Juni ist Baubeginn für ein Projekt in Heiddorf.

von
erstellt am 25.Mai.2016 | 17:00 Uhr

Die Wagenkolonne hält am Auslaufbauwerk Dove Elbe. Wagentüren klappen, aus den zahlreichen Autos steigen knapp 60 Leute. Die Hochwasserschutzanlagen im Schaubezirk Dömitz werden bei der Frühjahrsdeichschau unter die Lupe genommen. René Wappler erläutert den Mitgliedern der Deichschaukommission am ersten Haltepunkt den Stand der Unterhaltungsmaßnahmen im Bereich rechter Deich Dove Elbe bis Elbedeich und vom Elbedeich bis zur B 195 am Hafen. „Im vergangenen Jahr ist das Auslaufbauwerk Dove Elbe umfassend saniert worden“, sagt der Fachmann vom Bauhof Dömitz des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU). Veranschlagt war dafür eine Summe im Wert von mehr als 100 000 Euro.

Weitere Stationen der gestrigen Tour waren der ehemalige Eisenbahndamm mit Haltepunkt Deichsiel Floßgraben, der Elbedeich von Hafen Dömitz bis B 195, der rechte Löcknitzdeich von Klein Schmölen bis Löcknitz-Düker, der Kalisser Deich vom Löcknitz-Düker bis Neu Kaliß, der Heiddorfer Deich von B191 mit Haltepunkt Baustelle bis Roggenfelder Deich sowie das Einlaufbauwerk Dove Elbe, der Roggenfelder Deich, Mühlendeich bis linker Löcknitzdeich. Auch den linken Löcknitzdeich bis zum Wehr Wehningen, den Rüterberger Deich und Büdnerdeich sowie den Brodaer Deich mit Haltepunkt Deichsiel B 191 sahen sich die Hochwasserschutzexperten an.

Der Schaukommission gehören Vertreter von Landesbehörden, des Landkreises, von Kommunen im Schaubereich, der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerks, der Wasserschutzpolizei, der Feuerwehr, der Wasser- und Bodenverbände, des Wasser- und Schifffahrtsamtes sowie Verantwortungsträger aus Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an.

Für einen StaLu-Mitarbeiter war die gestrige Frühjahrsdeichschau eine ganz besondere. Walter Klamann, der gestern noch detailliert den Stand zu Planung und Bauausführung zum Hochwasserschutz ab Juni in Heiddorf vorstellte, nahm zum letzten Mal in seiner Amtszeit an solch einer Deichschau teil. Nach gut 43 Arbeitsjahren geht der Ingenieur für Wasserbau nun offiziell am 31. August in den wohlverdienten Ruhestand. „Obwohl ich gerne noch weitergearbeitet hätte“, schmunzelte der 65-Jährige. Vorab gab es aber schon mal auf der Baustelle am Heiddorfer Deich einen Blumenstrauß von den Kollegen, den ihm René Wappler überreichte.

„Die Deiche sind in einem sehr guten Zustand“, sagte gestern Nachmittag Frank Müller, Leiter der Abteilung Naturschutz, Wasser und Boden beim StaLU. „Wir haben eigentlich keine Schäden festgestellt, nur ein paar Wühlstellen, die aber keine gravierenden Maßnahmen nach sich ziehen.“ An der Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW), im Bereich des Heiddorfer und Kalisser Deiches zu beiden Seiten, stehen einige trockene Bäume. Da sich diese direkt an den Deichfüßen befinden, müssen diese Bäume abgenommen werden. Das Gebiet gehört zur Stadt Dömitz und so hat das StaLu die Verwaltung gebeten, hier aktiv zu werden. „Wir können also dem Sommerhochwasser guten Mutes entgegen sehen. Wenn jetzt in Sachen Hochwasser etwas passieren würde, wären wir darauf gut eingestellt“, ergänzt Frank Müller.

Zugleich informierte der Abteilungsleiter auch über Maßnahmen zur Anpassung an den von der Bundesanstalt für Gewässerkunde zur Elbe neu festgelegten Bemessungsabfluss von 4545 Kubikmeter je Sekunde gegenüber dem bisherigen von 4000 Kubikmeter. Das würde aufgrund anderer Wasserstände im Bereich Wittenberge bedeuten, auch die Deiche im Bereich Dömitz um durchschnittlich 50 Zentimeter zu erhöhen, und dabei auch den einen Meter Freibord zu behalten. Aktuell wird dazu eine Analyse erarbeitet, so Frank Müller, die im Herbst fertig gestellt wird und dann Grundlage sein soll für die notwendig auszuführenden Maßnahmen im Hochwasserschutz.

An großen Investitionen im Hochwasserschutz gibt es in diesem Jahr 1,2 Millionen Euro aus dem ELER-Programm für die Planung und den Bau der Hochwasserschutzanlage im Neu Kalisser Ortsteil Heiddorf. Für die Unterhaltung der Deiche in Boizenburg und Dömitz werden rund 139  000 Euro aus dem Landeshaushalt bereit gestellt. Für Kontrolle, Wartung, Betrieb der Landesschutzdeiche und Anlagen stehen 2016 insgesamt 188  300 Euro zur Verfügung.

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