Ludwigslust : Debatte um Parkplatz-Projekt

Auf dem ehemaligen Eierlager-Gelände sollen u.a. neue Parkplätze entstehen. Jedoch nur gegen eine Gebühr.
Auf dem ehemaligen Eierlager-Gelände sollen u.a. neue Parkplätze entstehen. Jedoch nur gegen eine Gebühr.

Ludwigsluster Stadtvertreter wollen mehr Mitsprache bei der künftigen Gestaltung des Geländes des ehemaligen Eierlagers

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24. Februar 2018, 05:00 Uhr

Waschanlage, Parkplätze und Ladesäulen für E-Fahrzeuge: Sein Konzept für die Brachfläche am Krankenhaus hatte ein Investor aus Hamburg bereits Anfang dieses Monats im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt (SVZ berichtete) – und eine positive Resonanz erfahren. Doch auf der Stadtvertretersitzung in dieser Woche war plötzlich alles anders.  Dort machte sich Unmut unter den Kommunalpolitikern breit. Ihnen geht es um die Parkgebühren und eine Mitsprache bei der Gestaltung des Areals.

Schon seit Jahren versucht die Stadt Ludwigslust, für die Fläche des ehemaligen Eierlagers eine geeignete Nutzung zu entwickeln oder einen Investor zu finden. „Das Konzept der Firma hat mir persönlich sehr zugesagt. Und auch bei den Ausschussmitgliedern hatte ich das Gefühl“, erklärte Bürgermeister Reinhard Mach gestern auf SVZ-Anfrage.

Nachdem Reinhard Mach das Thema Eierlager in seinem Bericht zu Beginn der Sitzung angesprochen hatte, schnellten die Finger der Stadtvertreter für Wortmeldungen in die Höhe. Für Torsten Hinrichs (Alternative für Ludwigslust, AfL) wenig verwunderlich: „Es ist die Art und Weise, wie mit Informationen über solche Projekte umgegangen wird“, meinte er.

Besonders die Frage nach der Zahl der neuen Parkplätze und dass dort künftig Gebühren fällig werden, beschäftigte die Mitglieder der Stadtvertretung. Denn aktuell nutzen die unbefestigte Fläche vor allem Mitarbeiter, Patienten und Besucher des Westmecklenburg Klinikums „Helene von Bülow“. Und das, obwohl auf dem Gelände des Stifts ein ausgebauter Parkplatz vorhanden ist, für den man jedoch Gebühren zahlen muss. „Parkplätze brauchen wir an dieser Stelle auf jeden Fall wieder. Und vor allem vernünftige. Dass diese dann nicht mehr kostenlos angeboten werden können, sollte klar sein“, so Reinhard Mach. Der Investor hätte jedoch zugesagt, die Gebühren an die des Krankenhauses anzupassen.

Die Veräußerung der Fläche weckt in Torsten Hinrichs und Frank Engel (AfL) schlechte Erinnerungen an den Verkauf der Fläche Ecke Breite Straße/Neue Torstraße. „Der Verkauf ging damals auch sehr schnell und der Investor bestätigte uns lediglich mündlich Zusagen, die zum Beispiel die Optik des Gebäudes betrafen“, so Hinrichs. Doch diese wurden nie umgesetzt. Dass ein privater Investor sich nicht mit der Stadtvertretung abstimmen muss, sei zwar klar. „Jedoch sollte es bei der Planung ein Miteinander geben. Das machen andere Investoren ja auch. Schließlich geht es hier immer noch um unsere Stadt und das Stadtbild, und da sollten diese großen Entscheidungen auch noch vertretbar sein“, betonte Torsten Hinrichs.

Bürgermeister Reinhard Mach ist froh über die Entscheidung des Investors und den bereits beschlossenen Verkauf des Grundstücks an den Hamburger. „Schließlich haben wir jahrelang nach einer Lösung gesucht. Und die Stadt alleine hätte es finanziell nicht stemmen können.“ Den Unmut der Stadtvertreter kann er nur bedingt verstehen. „Ich finde diesen regen Meinungsaustausch natürlich gut. Aber wenn man eine Entscheidung beeinflussen will, muss man einen entsprechenden Antrag stellen. Und das ist in diesem Fall nicht geschehen.“

„Nun ist es so, dass der Investor zeitnah seinen Bauantrag einreichen und dieser positiv oder negativ entschieden wird. Unsere Einwirkungsmöglichkeiten sind damit ausgeschöpft“, so Torsten Hinrichs. Jedoch hofft er, dass der Investor sich doch noch einmal mit den Stadtvertretern in Verbindung setzt und seine Planungen genauer vorstellt.

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